Geocaches in Werne locken viele Schatzsucher an - und leider auch Diebe

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In den vergangenen zehn Jahren haben Hunderte Schatzsucher ihr Glück in Werne gesucht. Manche wurden fündig und zogen zufrieden weiter - andere hingegen entwickelten kriminelle Züge.

Werne

, 12.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Inzwischen ist es fast zehn Jahre her, dass Alexandra Möller drei sogenannte Geocaches in ihrer Heimatstadt Werne versteckte. Kleine Schätze also, die man per GPS über das Smartphone orten kann. Und damit das nicht ganz so einfach ist, mussten diejenigen, die sich auf die Schnitzeljagd begeben, kleine Aufgaben lösen beziehungsweise Informationen sammeln, um an die geografischen Koordinaten für den Standort des Schatzes zu gelangen. Beispiel gefällig?

Der Cache zu den Werner „Stolpersteinen“ umfasst fünf Stationen - unter anderem den Ort, an dem sich der Stein zum Gedenken an die jüdische Familie Salomon befindet. Wer sich auf seiner Suche dorthin begibt und das in den Stein gravierte Geburtsjahr von Heinrich Salomon liest, erhält dadurch Informationen, die auf die nächste Station und letztlich auf die Standort-Koordinaten des „Schatzes“ schließen lassen - und zwar nach dem Schema: „Dritte Zahl J. Vierte Zahl K.“

„Mir war damals wichtig, dass die Leute die Stadt - und vor allem auch einen Teil ihrer Geschichte - mal auf anderem Wege kennenlernen.“
Alexandra Möller
Geocaches in Werne locken viele Schatzsucher an - und leider auch Diebe

Besagter Schatz ist letztlich eine Dose mit einem kleinen Logbuch, in das sich die Schatzsucher eintragen können. Mal hinterlassen sie dabei auch eine kurze Botschaft, mal sogar eine Spielzeugfigur. Das Logbuch zum Werner Stolperstein-Cache ist mittlerweile voll: 165 Menschen haben sich dort eingetragen. Nicht nur Leute aus Werne, sondern aus dem ganzen Ruhrgebiet. „Danke für die traurige historische Runde“, schrieb beispielsweise „AuLiRo“ aus Dortmund am 28.4.2014 um 15.30 Uhr. In Person von „Nekromiko“ hat sich am 11.3.2020 der letzte Schatzsucher in dem kleinen Büchlein verewigt.

„165 Einträge sind für eine kleine Stadt wie Werne schon ganz okay. Mir war damals wichtig, dass die Leute die Stadt - und vor allem auch einen Teil ihrer Geschichte - mal auf anderem Wege kennenlernen. Eben nicht nur durch die üblichen Stadtführungen“, sagt Möller.

Ein Auszug aus dem Logbuch des Stolperstein-Caches: 165 Menschen haben hier ihre Namen und kleine Botschaften hinterlassen.

Ein Auszug aus dem Logbuch des Stolperstein-Caches: 165 Menschen haben hier ihre Namen und kleine Botschaften hinterlassen. © Möller

Die 37-Jährige lebt heute in Bremen, hat selbst schon Caches in den USA, Frankreich und sogar Namibia gesucht. Die kleinen Döschen mit den Logbüchern in ihrer Heimatstadt hat sie aber immer noch im Blick - wenn auch meist nur aus der Ferne. Schließlich können die Geocacher auch online nach einer erfolgreichen Suche eine Botschaft hinterlassen. Doch manchmal ist das eher eine Hiobsbotschaft. Etwa, wenn einer schreibt, dass das versteckte Döschen mit dem kleinen Büchlein verschwunden ist.

Museumsmaus-Cache ist wieder aktiv

„Es passiert leider hin und wieder mal, dass Leute die Dosen stehlen. Das ist schon ärgerlich. In unserem Logbuch für den Museumsmaus-Cache würden heute wahrscheinlich schon viel mehr Einträge stehen“, sagt Möller. Besagter Cache richtete sich vor allem an Familien mit Kindern. Die mussten sich auf die Suche nach dem Museumsschatz begeben - über mehrere Stationen und mit einer liebevoll geschriebenen Geschichte als Rahmenhandlung für die kleinen Schatzsucher.

Inzwischen gibt es Ersatz für das verschollene Logbuch. Der Cache ist wieder „aktiv“. Anders als der dritte Werner Geocache. Der befand sich an der alten Zeche, ging aber wahrscheinlich durch Arbeiten auf dem Gelände verloren. Wobei: Vielleicht findet ihn ja doch irgendwann noch ein besonders ambitionierter Schatzsucher. Ganz ohne GPS.

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