Im September 2020 stellten die Verantwortlichen mit der Mini-Sim-Jü ein alternatives Event vor, das allerdings auch abgesagt werden musste. Plant Schausteller Patrick Arens (2.v.l.) auch für dieses Jahr eine alternative Kirmes-Veranstaltung in Werne? © Felix Püschner (A)
Sim-Jü in Werne

Gibt es bei einer Absage der Sim-Jü eine alternative Kirmes-Veranstaltung für Werne?

Ob Sim-Jü 2021 in Werne stattfinden kann, wird bald entschieden. Sollte die Kirmes abgesagt werden, könnte es ein alternatives Event geben. Ob es bereits Pläne gibt, verriet Schausteller Patrick Arens.

Sim-Jü wurde im vergangenen Jahr Ende August endgültig abgesagt. Fünf Wochen später stellten die Verantwortlichen um Patrick Arens die Mini-Sim-Jü als Alternative vor, die eineinhalb Wochen später ebenso wieder abgesagt werden musste aufgrund vieler Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Wiederholt sich in diesem Jahr dieses Szenario? Hat Patrick Arens, der im vergangenen Jahr Veranstalter der Mini-Sim-Jü sein sollte, bereits ein Alternativ-Programm in der Schublade, falls auch in diesem Jahr die Kirmes in gewohnter Form ausfallen müsste?

Nein. Eine alternative Veranstaltung sei nicht geplant, erklärt der Vorsitzende des Dortmunder Schaustellervereins Rote Erde. „Wir warten erst einmal ab, wie die Entscheidung ausfällt. Dann werden wir mit der Stadt gemeinsam überlegen, was möglich ist“, sagt Arens mit Blick auf eine mögliche Absage der Kirmes, die vom 23. bis 26. Oktober geplant ist. Doch zunächst einmal hält er wie die Verantwortlichen an den Plänen für Sim-Jü fest. Die Stadt Werne hatte bereits angekündigt, keine eigene Alternativ-Kirmes zu veranstalten.

Alternative zu Sim-Jü in Werne als „letzte Option“

Eine alternative Veranstaltung wie die geplante Mini-Sim-Jü im vergangenen Jahr sei „die letzte Option“, wie Schausteller Patrick Arens sagt. Wenn die Kirmes in typischer und traditioneller Form aber auch in diesem Jahr nicht stattfinden kann, sei man wieder bereit, eine Alternative für das eigentliche Sim-Jü-Wochenende anzubieten. Und das würde auch kurzfristig gehen. „Drei Wochen reichen uns, wenn die Stadt mitspielt“, erklärt Arens.

Eine kleine Kirmes-Variante oder die sogenannten temporären Kirmes- oder Freizeitparks, wie sie jüngst in Dortmund oder Lünen veranstaltet wurden, seien für die teilnehmenden Schausteller zwar hilfreich. „Das ist aber immer nur für eine geringe Anzahl an Schaustellern möglich. Und das möchten wir eigentlich nicht. Denn eine Kirmes lebt ja von ihrer Vielfalt“, sagt Arens. Das Problem: Ein Großteil der Schausteller – vor allem die mit größeren Karussells – kann die kleinen Kirmes-Veranstaltungen gar nicht besuchen.

Patrick Arens kann sich ein Alternativ-Programm am eigentlichen Sim-Jü-Wochenende vorstellen. Das sei aber die letzte Option, wie der Schausteller sagt.
Patrick Arens kann sich ein Alternativ-Programm am eigentlichen Sim-Jü-Wochenende vorstellen. Das sei aber die letzte Option, wie der Schausteller sagt. © Felix Püschner (A) © Felix Püschner (A)

Deshalb betont Patrick Arens: „Das größte Ziel ist es, eine normale Sim-Jü-Kirmes stattfinden zu lassen“. Denn nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional werde die Luft für die Schausteller immer dünner, so Arens weiter. „Wir hatten immer gehofft, dass wir mit fortschreitendem Impftempo ein Stück Normalität zurück bekommen. Aber wenn auch das Impfen nicht hilft, fragt man sich, wie es überhaupt noch weitergehen soll. Wenn Sim-Jü nicht in diesem Jahr stattfindet, fragt man sich, ob Sim-Jü überhaupt noch stattfinden kann“.

Inzidenzwert als alleiniger Faktor für Maßnahmen in der Kritik

Die Schausteller fordern deshalb, dass der Inzidenzwert nicht alleiniger Faktor für die Durchführung von Großveranstaltungen wie Kirmessen sein darf. „Wenn sich die Lage in den Krankenhäusern vollkommen entspannt, dürfen Grundrechte nicht länger blockiert werden. Wir sind keine Corona-Leugner. Aber wir sind bereit, corona-konform zu handeln und Kirmessen aufzubauen“, sagt Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes.

Es müsste seiner Meinung nach eine Zwischenlösung her zwischen „weiter so“ und „absagen“, meint Ritter. Es sei nicht das Problem, mit Maske im Autoscooter zu sitzen, sondern dass es mancherorts dafür von vornherein keine Möglichkeit gibt. Er appelliert deshalb weiter an die Städte und Kommunen, so lange wie möglich mit einer finalen Absage für ein Volksfest zu warten.

Bei der Stadtverwaltung Werne folgt man dieser Bitte. Spätestens Anfang September soll aber final entschieden sein, ob es 2021 eine Sim-Jü in gewohnter Form in der Lippestadt gibt. Ob sich stattdessen das Szenario von 2020 wiederholt, wird sich also in Kürze zeigen.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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