Ostern ist für alle Christen das höchste Fest. © dpa
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Gottesdienste an Ostern in Werne? „Nehme ich ganz stark an“

Gibt es an Ostern Präsenzgottesdienste oder nicht? Das sind die vorläufigen Planungen der Gemeinde St. Christophorus und der evangelischen Kirchengemeinde Werne.

Am Montag, 22. März, kamen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten. Ähnlich wie an Weihnachten stellte sich den Politikern die Frage, wie mit den kirchlichen Osterfeiern umgegangen werden sollte.

Man einigte sich darauf, die Kirchen darum zu beten, Gottesdienste nur virtuell abzuhalten. Welche Auswirkungen hat diese Bitte für die katholische Gemeinde St. Christophorus und die evangelische Kirchengemeinde in Werne?

Gemeinde St. Christophorus plant mit Osterfeiern

Eine endgültige Entscheidung für die Katholiken ist in Nordrhein-Westfalen noch nicht gefallen. Das erklärt Pfarrdechant Jürgen Schäfer: „Ich rechne bis Freitag mit einer Entscheidung. Das ist ein langes Prozedere. In Düsseldorf gibt es das katholische Büro, die Interessenvertretung der Diözesen. Die handeln das mit der Politik aus und geben es dann weiter.“

Die Gemeinde St. Christophorus sei gebunden an die Weisungen des Bistums Münster. Pfarrdechant Schäfer geht aber davon aus, dass Oster-Gottesdienste stattfinden können. „Ich nehme ganz stark an, dass wir Gottesdienste feiern können. Es wurde bei den Ruhetagen ja auch zurückgerudert“, sagt er.

Die Feierlichkeiten sollen sich im Grunde nicht von den vergangenen Jahren unterscheiden. Abgesehen natürlich von den Bedingungen der Corona-Krise: Abstand, Masken, begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldungen und der Verzicht auf gemeinschaftliches Singen. „Das ist in unserer Gemeinde schon in Fleisch und Blut übergegangen“, führt Schäfer fort.

Evangelische Kirchengemeinde ist auf jedes Szenario vorbereitet

Die evangelische Kirchengemeinde hat Angebote für alle Möglichkeiten. Auf jeden Fall stattfinden sollen laut Pfarrer Alexander Meese Online-Gottesdienste und die „Offene Kirche“, also die Möglichkeit eines Rundgang in der Kirche mit Stationen zur Ostergeschichte.

Ob es Präsenzgottesdienste mit den entsprechenden Corona-Maßnahmen geben wird, hängt von zwei Faktoren ab. Erstens: Liegt die 7-Tages-Inzidenz im Kreis über 100, wird die evangelische Kirchengemeinde auf Präsenzfeiern verzichten. „Wir haben grundsätzlich für uns entschieden bei einer Inzidenz über 100 auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Wir müssen eine Grundregel haben und können nicht immer anders handeln. Das wäre kein gutes Krisenmanagement“, sagt Meese.

Der andere Faktor ist die Entscheidung der Landesregierung und der Landeskirche. „Wenn die Coronaschutzverordnung kommt, muss die Landeskirche eventuell eine Neubewertung der Corona-Maßnahmen vornehmen“, erklärt Meese. Mit dieser Planung könne man im besten Fall jedem etwas anbieten: „Denjenigen, die zuhause bleiben wollen, den Menschen, die in der Kirche sein möchten und denen, die einen Gottesdienst feiern wollen“, sagt Pfarrer Meese.

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