Fall Hellmig-Krankenhaus: Warum über das Gutachten noch nichts öffentlich wurde

hzHellmig-Krankenhaus Kamen

Eine Wernerin erhob schwere Vorwürfe gegen das Hellmig-Krankenhaus in Kamen. Das Gutachten der Rechtsmediziner liegt schon länger vor. Doch noch immer lautet die Frage: Was steht drin?

Kamen, Werne

, 21.09.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem ihr Mann nach einer Behandlung im Hellmig-Krankenhaus gestorben war, erhob eine Wernerin schwere Vorwürfe gegen das Kamener Krankenhaus. Sie glaubt, dass Behandlungsfehler zum Tod ihres Partners geführt haben. Der 85-Jährige wurde Anfang Januar mit einer Oberschenkelfraktur eingeliefert.

Ihr Anwalt Mirko Koch verfasste seinerzeit eine Stellungnahme für die Staatsanwaltschaft Dortmund. Die wiederum veranlasste ein Gutachten durch Rechtsmediziner. Die Experten sollten herausfinden, ob tatsächlich etwas schief gelaufen ist. Das Gutachten der Rechtsmediziner lag der Staatsanwaltschaft bereits Anfang August vor. Als nächstes sollte das Gutachten ausgewertet werden, was nur wenige Wochen dauern sollte.

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Details zum Inhalt des Gutachtens liegen der Pressestelle jedoch noch immer nicht vor, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Henner Kruse, auf Nachfrage erklärt. Anders sieht das bei den Beteiligten des Falles aus: „Dem Rechtsanwalt der Anzeigenerstatterin wurde das Gutachten zur Kenntnis und Stellungnahme zugleitet“, weiß Kruse.

Erst im Anschluss werde entschieden, ob und wie es weitergeht. Der Anwalt der Wernerin Mirko Koch bestätigte unserer Redaktion, dass ihm das Gutachten vorliegt. Es sei sehr umfangreich und er werde es jetzt durcharbeiten und dann mit seiner Mandantin sprechen.

Hellmig-Krankenhaus verweist auf Schutz der Patientendaten

Das Krankenhaus äußerte sich bislang nicht zu dem Fall, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Das hat einerseits versicherungstechnische Gründe, aber andererseits steht das Krankenhaus an dieser Stelle auch hinter seinen Patienten, wie Sprecher Klaus-Peter Wolter erklärt.

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Der Schutz der Patientendaten sei im Gesundheitswesen heilig. „Es ist keine Frage, dass wir uns daran zu 100 Prozent halten“, so Wolter. Auch wenn das freilich bedeutet, dass bislang nur eine Seite über diesen Fall zu hören war und das nun eine Menge Anschuldigungen in der Luft schwirren, über die man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen kann, ob sie überhaupt begründet sind. Wobei mit „man“ in diesem Fall die Öffentlichkeit gemeint ist.

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Denn intern sieht das schon etwas anders aus. Gegenüber der Staatsanwaltschaft Dortmund, die den Fall bearbeitet, lege das Hellmig-Krankenhaus alle Infos offen, die es beisteuern kann, so Wolter. Der Staatsanwaltschaft liegen somit beide Seiten und das Gutachten vor. Ob es überhaupt zu einer Verhandlung kommen wird, ist an dieser Stelle weiterhin noch völlig offen.

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