Hochzeit um 5 Monate verschoben - Werner Paar gibt sich endlich Ja-Wort

hzHochzeit in Corona-Pandemie

Im Mai hatte die Corona-Pandemie Stephanie (36) und Sarah (26) Hartmann einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ihren zweiten Hochzeitstermin wollten sich die beiden Frauen aber nicht nehmen lassen.

Werne

, 08.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jetzt hat es endlich geklappt: Stephanie (36) und Sarah (26) Hartmann haben sich am 3. Oktober (Samstag) im Alten Rathaus in Werne das Ja-Wort gegeben, nachdem das Coronavirus dem Brautpaar für seine ursprünglich geplante Hochzeit Ende Mai bereits einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte.

Eigentlich hatten die beiden im Frühjahr gehofft, dass die Corona-Pandemie im Oktober vorbei sein würde. Doch auch mit Pandemie war für beide schon damals klar: „Dann wird es auf jeden Fall was.“ Unbeschwert ihrem Hochzeitstag entgegenblicken konnten die beiden aber nicht. „Wir waren einfach aufgewühlt“, erinnert sich Stephanie an die Tage vor der Hochzeit. Aber auch die Monate zuvor seien einfach nur anstrengend gewesen, so die Wernerin.

Corona-Ausbruch in Hamm und steigende Zahlen besorgen Paar

Auf der einen Seite seien in den Tagen vor der Hochzeit die Zahlen im Kreis und in Werne wieder hochgegangen, auf der anderen Seite entfalteten die Nachwehen der Hochzeit in Hamm, durch die sich direkt und indirekt allein in Hamm rund 170 Personen mit dem Coronavirus infiziert hatten, ihre volle Wirkung.

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„Wir haben uns dann doch gefragt: Sollen wir heiraten oder nicht?“, sagt Stephanie. Doch letzten Endes hätten beide entschieden: Augen zu und durch. Denn die Aussicht, dann wieder nicht zu wissen, wann sie heiraten können, wollten beide nicht hinnehmen.

Hochzeitskleid hing seit 10 Monaten im Schrank

Denn seit mittlerweile 10 Monaten wartete das Hochzeitskleid von Sarah im Kleiderschrank. „Da wurde auch ich immer kribbeliger und wollte das Kleid sehen“, sagt Stephanie, die selbst einen Anzug bei der Hochzeit trug. Zeitgleich schrumpfte die Zahl der Gäste von 100 auf 45. Durch die Bedenken wegen des Coronavirus hatten viele Gäste von sich aus schon einige Zeit zuvor abgesagt.

Andere hätten entweder kurzfristig noch abgesagt oder seien dann zur Hochzeit nicht erschienen. „Das nimmt man dann hin“, sagt Stephanie. Eigentlich hätten die beiden noch mit 80 Personen feiern dürfen, da ihre Hochzeit vor den neuen Regelungen am 1. Oktober mit den Ordnungsbehörden abgestimmt worden war.

Gemeinsam mit ihrer Schwester Regina (l.) und deren Lebenspartner Werner heirateten Stephanie (r.) und Sarah (2.v.r.) Hartmann am 3. Oktober im Rahmen einer Doppelhochzeit im Alten Rathaus in Werne.

Gemeinsam mit ihrer Schwester Regina (l.) und deren Lebenspartner Werner heirateten Stephanie (r.) und Sarah (2.v.r.) Hartmann am 3. Oktober im Rahmen einer Doppelhochzeit im Alten Rathaus in Werne. © Privat

Doch auch ohne Corona hätten die beiden ihren Hochzeitstag nicht anders gestaltet: Am Mittag wurden Sarah und die Schwester von Stephanie, Regina, gemeinsam von einer weißen Stretchlimousine abgeholt und zum Werner Marktplatz gebracht. Dort warteten schon Stephanie und der Lebensgefährte von Regina, um ihre Bräute zu empfangen. „Als wir da standen und auf unsere Bräute gewartet haben - Das war ein traumhafter Moment“, erinnert sich Stephanie. Die beiden Paare feierten am 3. Oktober eine Doppelhochzeit.

Stephanie Hartmann: „Corona ist da ein bisschen gemein“

Vom Marktplatz ging es dann ins Alte Rathaus, wo sich die beiden Paare die Ja-Worte gaben. Danach ging es in einer weißen Pferdekutsche für die Brautpaare und im Planwagen für die Kinder der Gesellschaft in die Hochzeitslocation nach Bergkamen.

In der Location selber mussten die Gäste dann zunächst ihre Hände desinfizieren und ihre Ankunftszeiten (später auch die Abfahrtszeiten) vermerken und unterschreiben. Auch, um wegen des Alkohols nicht doch zu locker mit dem Coronavirus umzugehen, hatten Stephanie und Sarah selbst, abgesehen von einem Begrüßungssekt, auf Alkohol auf ihrer Hochzeit verzichtet. Mit den engsten Familienmitgliedern habe man dann aber natürlich schon getanzt, sagt Stephanie.

„Es war schade, dass nicht alle da waren, aber manchmal wird es in kleiner Runde auch am besten. Corona ist da ein bisschen gemein“, sagt Stephanie. Wenn die Pandemie vorbei ist, wollen die beiden noch einmal mit Freunden und Familien zusammenkommen und ein wenig nachfeiern.

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