Geisterhochzeit ohne Gäste: Werner trauen sich trotz besonderer Umstände

hzGeisterhochzeiten in Werne

Die Corona-Krise hält Werner Paare nicht davon ab, zu heiraten. In den vergangenen Wochen haben mehrere „Geisterhochzeiten“ im Stadtmuseum stattgefunden. Nun ist wieder eine Handvoll Gäste erlaubt.

Werne

, 26.05.2020, 10:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Traute Zweisamkeit statt eines rauschenden Festes: In den vergangenen zwei Monaten mussten die Werner Paare unter Ausschluss der Öffentlichkeit heiraten. Gäste waren aufgrund der Corona-Situation nicht erlaubt. Elf Werner Paare heirateten zwischen dem 15. März und dem 17. Mai trotz der besonderen Umstände.

In dieser Zeit saß das Brautpaar der Standesbeamtin alleine gegenüber - keine fröhlichen Gratulanten im Rücken, keine Feier, keine lieben Worte der Angehörigen. „Die Geisterhochzeiten waren schon eine seltsame Situation. Es war so still hier in den vergangenen Wochen. Ich bin froh, dass wir nun wieder kleine Gesellschaften hereinlassen dürfen - mit Sicherheitsabstand zwischen den Tischen, versteht sich“, erzählt die Museumsangestellte Eva Berger.

Spontanhochzeiten ohne Gäste kommen immer wieder vor

Für die Standesbeamtin Katrin Hebken sind Hochzeiten ohne Gäste gar nicht so ungewöhnlich: „Etwa 10 bis 15 Paare lassen sich im Jahr ohne Zuschauer trauen. Das passiert häufig bei spontanen Hochzeiten, die dann von einem Tag auf den anderen beschlossen werden.“ In der Vorbereitung sei so eine Geisterhochzeit nicht anders als eine Hochzeit mit Gästen - nur fielen dann eben die Beglückwünschungen und persönlichen Worte weg.

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„Ich bin trotzdem froh, dass jetzt wieder Hochzeiten mit Gästen stattfinden dürfen. Die haben einfach mehr Pep und sind emotionaler“, so die Standesbeamtin.

Dennoch gibt es weiterhin Einiges zu beachten: Beim Betreten und Verlassen des Trauzimmers müssen alle Beteiligten einen Mundschutz tragen - auch die Braut. Sobald alle sitzen, dürfen sie die Maske wieder absetzen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss zwischen den Gästen eingehalten werden. Deshalb gibt es, je nach Räumlichkeit, verschiedene maximale Gastzahlen:

  • Stadthaus: Standesbeamter/in, Brautpaar, 8 Gäste
  • Altes Rathaus: Standesbeamter/in, Brautpaar, 14 Gäste
  • Museum: Standesbeamter/in, Brautpaar, 8 Gäste
  • Panhoff-Stiftung: Standesbeamter/in, Brautpaar, keine Gäste

„Unsere Standesbeamtinnen haben die Räume genau unter die Lupe genommen und nachgemessen, wie viele Gäste man im Trauzimmer verteilen kann“, erzählt Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungs- und Standesamtes. Bevor die Maßnahmen gelockert wurden, stand lediglich das Museum als Trauzimmer zur Verfügung, da die Westfälische Stube die besten Bedingungen zur Einhaltung der Richtlinien bot.

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Doch nicht alle Paare gaben sich das ja-Wort zum geplanten Termin: Sieben Hochzeiten wurden in den vergangenen zwei Monaten verschoben. Bislang wurden in diesem Jahr 55 Hochzeiten in Werne angemeldet - 23 davon finden außerhalb von Werne statt. Zum Vergleich: 2019 waren es insgesamt 124 Trauungen. Ob sich nun aufgrund der Lockerungen wieder mehr Werner für die Hochzeit entscheiden, bleibt abzuwarten.

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