Die Quarantäne-Anordnung steht auf Rumänisch und auf Russisch an dem Hochhaus im Holtkamp. Die Verantwortlichen der Stadt möchten die Kommunikation mit den Bewohnern verbessern. © Jörg Heckenkamp
Corona-Quarantäne in Werne

Holtkamp-Haus in Quarantäne: So reagiert die Stadt Werne auf die Flucht eines Bewohners

Nachdem ein Bewohner aus dem unter Quarantäne gestellten Hochhaus im Holtkamp in Werne geflüchtet ist, reagiert die Stadt mit neuen Maßnahmen. Nicht nur das Sicherheitspersonal wird aufgestockt.

Ein Bewohner ist in der Nacht zu Mittwoch (3. März) aus dem unter Quarantäne gestellten Hochhaus im Holtkamp in Werne geflüchtet. Er ist förmlich aus dem Gebäude geklettert, wie Frank Gründken, Ordnungsdezernent der Stadt Werne, es formulierte. Der Bewohner sei über ein Fenster in der ersten Etage aus dem Haus gelangt.

Wo sich der Mann nun aufhält, ist unklar. Bürgermeister Lothar Christ glaubt nicht, dass von dem Mann, der womöglich mit dem Coronavirus der britischen Variante infiziert ist, eine Gefahr für die Lippestadt ausgeht. „Es ist nicht wahrscheinlich, dass er in Werne unterwegs ist. Der Weg nach Hause ist da doch wahrscheinlicher.“

Alle Bewohner des Hauses, die seit Freitag (26. Februar) in Quarantäne sind, kommen aus Rumänien. Sie sind Mitarbeiter eines Sub-Unternehmers einer Logistik-Firma, einer Baufirma und eines Schlachtbetriebs. Sie leben in 14 bis 15 Wohnungen in dem Hochhaus im Holtkamp. „Sie leben hier, um hier zu arbeiten. Wir glauben deshalb nicht, dass sich der Bewohner lange in Werne aufhalten wird“, so Christ weiter.

Reaktion auf Flucht eines Bewohners aus dem Holtkamp

Damit sich eine Flucht aus dem Haus und damit der Quarantäne nicht wiederholt, reagiert die Stadt Werne mit drastischen Maßnahmen. Somit werden ab Mittwoch (3. März) die Kontrollen verstärkt. Laut Frank Gründken habe der zuständige Sicherheitsdienst mindestens einen weiteren Mitarbeiter für die Kontrolle des Hochhauses eingeteilt. Ob ein vierter Mitarbeiter abgestellt werden kann, werde noch geprüft, erklärt Gründken.

Auch die Polizei und das Ordnungsamt der Stadt Werne selbst werden häufiger vor Ort Präsenz zeigen. „Die Polizei kann nicht 24/7 vor Ort sein. Die stichprobenartigen Kontrollen werden aber deutlich verstärkt. Das hat man uns zugesagt“, erklärt Bürgermeister Christ.

Zudem sollen Bauzäune, die im vorderen und im hinteren Teil des Gebäudes aufgebaut werden sollen, das Hochhaus sichern. Damit wolle man gleichzeitig einen Außenbereich schaffen, in dem sich die Bewohner aufhalten können, so Christ weiter. „Diesen Bereich möchten wir für die Kommunikation mit einem Dolmetscher oder Sozialarbeiter nutzen. Es ist nicht ganz klar, ob die Regeln für alle verständlich und eindeutig sind.“

Auf diese Weise möchten die Verantwortlichen laut Christ einen besseren Blick über den Gesundheits- und Gemütszustand der Bewohner erhalten. „Die Bewohner sind in einer durchaus schwierigen Situation. Wir wollen das Unsrige dazu beitragen, es ihnen so erträglich wie möglich zu machen.“ In dem eingezäunten Bereich sollen sich die Bewohner, die allesamt unter Quarantäne stehen, frei bewegen können, erklärt Frank Gründken. „Für sie ist das ein Stück weit Entlastung. So haben sie die Möglichkeit, mal aus dem Haus zu kommen.“

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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