Hundehaufen vor der Haustür: „Da dreht sich mir der Magen um.“

hzHundekot-Problem

Siegfried Negrassus (60) ist stinksauer: Rund um sein Haus lassen Hundebesitzer regelmäßig die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner liegen. Das will er sich nicht länger gefallen lassen.

Werne

, 30.11.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hundehaufen, so weit das Auge reicht: An der Verbindungsstraße zwischen Eschenweg und Breielstraße scheinen die Werner Hunde besonders gerne ihre Häufchen zu legen. Siegfried Negrassus (60) wohnt direkt an diesem Zwischenweg - das stinkt ihm so sehr, dass er sich regelmäßig bei der Stadt über die Häufchen beschwert. Etwa fünf Hundehaufen kommen jeden Tag dazu.

„Ekelhaft ist das“, sagt Negrassus und rümpft angewidert die Nase. „Ich gehe nicht mehr aus meinem eigenen Gartentor“, fügt er hinzu. Seine Mülltonne bewahre er nun lieber in der Garage auf, um nicht durch den von Kot gesäumten Schotterweg gehen zu müssen. „Neulich bin ich mit dem Fahrrad durch die Gasse gefahren. Da klebte die Scheiße am Reifen und verteilte sich an meiner Hose. Die habe ich gleich weg geworfen“, berichtet der Werner, der in dem Haus am Eschenweg groß geworden ist. „Wenn ich aus dem Fenster schaue, dreht sich mir der Magen um“, fügt er hinzu.

Hundehaufen vor der Haustür: „Da dreht sich mir der Magen um.“

Auch die Nachbarschaft nerven die Hundehaufen. Siegfried Negrassus vor einem Hinweis, den ein Nachbar aufgehängt hat. © Sylva Witzig

Auch die Nachbarn ärgern sich über den Hundekot. Gegenüber von Negrassus Garten hängt ein Schild, auf dem steht: „Sei kein Schwein, pack´s Häufchen ein!“ - das sei laut Negrassus auch bitter nötig, denn der Weg sei stark frequentiert.

„Hier laufen jeden Morgen die Kinder zur Wiehagenschule und treten den Hundekot platt“, erzählt Negrassus. „Heute Mittag kam eine Frau mit Kinderwagen vorbei. Die musste nachher die Kacke aus den Reifen kratzen:“

Haufen bleiben da liegen, wo keiner guckt

Bis zu seinem Tode habe sein Vater sich um die Instandhaltung des Weges gekümmert. Doch nun sei der Weg sich selbst überlassen: „Ich mache den Dreck bestimmt nicht weg“, sagt Negrassus. Bis vor einem Jahr gab es noch einen Grünstreifen am Verbindungsweg - der wurde letztes Jahr vonseiten der Stadt entfernt. „Seitdem fallen die Haufen noch mehr auf“, so Negrassus.

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Auf der kleinen Wiese vor seinem Haus seien ihm indes noch keine Hinterlassenschaften aufgefallen. „Da fühlen sich die Leute beobachtet, so mitten zwischen den Häusern“, mutmaßt der 60-jährige. In dem Schotterweg wähnen sich die Hundebesitzer geschützter. Gerade im Dunkeln würde da keiner seine Haufen mitnehmen. „Ich hoffe, dass die mal selber nachts in einen Haufen treten, damit sie wissen, wie das ist“, so Negrassus. „Ich habe nichts gegen Hunde. In meiner Jugend hatte ich selber einen“, betont der Werner.

Der Bauhof wird die Haufen nicht aufsammeln

Von der Stadt wünscht sich Negrassus, dass „am besten jeden Tag“ jemand vorbei käme, um die Haufen aufzusammeln. Das werde laut Kordula Mertens vom Ordnungsamt jedoch nicht geschehen: „Weder der Bauhof noch das Ordnungsamt wird rausfahren, um Hundekot einzusammeln.“ Das gehöre nicht zum Aufgabenbereich. Negrassus kritisiert weiterhin, dass das Ordnungsamt zu selten kontrolliere: „Zum Knöllchen schreiben haben sie Zeit, aber nicht für die Hundehaufen.“ Mehr Mülleimer, damit die Hundehalter die Beutel nicht weit herumtragen müssen, wären für Negrassus keine Option: „Dann stinken die im Eimer vor sich hin. Die macht ja keiner sauber“, prognostiziert er.

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Hundehalter haben häufiger Beutel dabei

Die Stadt verlangt 200 Euro für liegengelassene Hundehaufen - verhängt wurde die Strafe jedoch noch nie, da kein Hund auf frischer Tat ertappt wurde. „Morgens und spät abends, wenn die Hunde ausgeführt werden, sind unsere Kräfte noch nicht im Dienst“, sagt Mertens. Ganz umsonst sei die Einführung der erhöhten Strafe jedoch nicht gewesen: „Wir haben festgestellt, dass uns auf Nachfrage mehr Hundebesitzer Kotbeutel vorzeigen können und diese vermutlich auch nutzen“, so Mertens. „Theoretisch können Bürger auch eine Anzeige gegen Hundebesitzer erstatten - dafür brauchen sie dann aber Namen und konkrete Beweise“, fügt sie hinzu.

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