Ihre Sorgen gegenüber Astrazeneca halten sich in Grenzen: Beate Bunse, Leiterin der Kita Maria Frieden in Werne, hofft, dass es nach dem Stopp für den britisch-schwedischen Impfstoff bald einen Nachholtermin für die Impfungen in Werne gibt. © Kita Maria Frieden
Impfstopp mit Astrazeneca

„Jede Impfung ist besser als Corona“: Erzieherin hofft auf schnelle Impfung mit Astrazeneca

Die Impfung für das Personal aus Kitas und der Jugendhilfe Werne fällt nach dem Impfstopp aus. Nun hofft man auf einen schnellen Nachholtermin - mit Astrazeneca. „Jede Impfung ist besser als Corona“, so eine Kita-Leiterin.

Eigentlich sollten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kita Maria Frieden in Werne am Freitag (19. März) geimpft werden. Eigentlich. Am Montagabend erreichte Kita-Leiterin Beate Bunse (51) dann die Hiobsbotschaft. Nach anderen europäischen Ländern hat auch die Bundesregierung die Impfung mit dem in die Kritik geratenen Impfstoff Astrazeneca ausgesetzt. Auch die Impftermine für die elf Mitarbeiter der Kita in dem temporären Impfzentrum in der Lindertturnhalle fallen damit bis auf Weiteres aus.

In der Kita Maria Frieden hofft man nun auf einen baldigen Nachholtermin. Auch mit Astrazeneca. „Es ist wichtig, dass wir geimpft werden. Jede Impfung ist besser als Corona. Das größere Übel ist, dass es keine Alternative zu Astrazeneca gibt“, erklärt Beate Bunse. Die Enttäuschung, dass es in dieser Woche nun doch keine Impfung geben wird, ist in der Kita spürbar.

Misstrauen gegenüber Astrazeneca wächst in Werner Kita

Das Misstrauen gegenüber dem Impfstoff Astrazeneca wächst, erzählt Beate Bunse. „Wenn man zehn Leute fragt, dann bekommt man 20 Antworten“, sagt die Kita-Leiterin. „Das Vertrauen in Astrazeneca wächst nach dem jetzigen Stopp in Deutschland natürlich nicht. Dieser Stopp macht schon was mit einem.“

Sie selbst muss nun wie ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf die erste Impfung bis auf unbestimmte Zeit warten. Denn eine Alternative gibt es – Stand Dienstag (16. März) – tatsächlich nicht, wie auch Jugenddezernent Alexander Ruhe erklärt.

„Wenn es eine Freigabe für Astrazeneca gibt oder eine Alternative, dann können wir neue Termine kurzfristig einrichten“, erklärt Ruhe. Frühestens Ende der kommenden Woche und dann erst wieder nach den Osterferien seien neue Impftermine realistisch.

„Wir müssen Geduld beweisen – wie zuletzt auch schon“, sagt Beate Bunse. Die Erzieherin, die seit 2001 Leiterin der Kita Maria Frieden ist, macht sich keine größeren Sorgen um das Impfen mit Astrazeneca. „Ich würde mich auch damit impfen lassen. Ich möchte geschützt sein, weil wir hier an der Basis arbeiten und auch Kinder die britische Virus-Variante übertragen können.“

Auch ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden sich künftig den britisch-schwedischen Impfstoff injizieren lassen, glaubt Bunse. Bisher sei das Personal gelassen mit dem Impfstopp von Astrazeneca umgegangen. „Sie wollen erst einmal Details dazu wissen. Wenn alles geklärt ist, dann sind viele wieder dabei“, so Bunse.

Skeptischer zeigten sich in der Vergangenheit allerdings einige Reinigungskräfte. Sie sind die einzigen der insgesamt rund elf Mitarbeiter, die sich schon vor dem Impfstopp partout nicht mit dem Vakzin impfen lassen wollten. Mit Biontech/Pfizer hätten sich stattdessen einige für eine Impfung ausgesprochen.

Höherer Schutz durch Impfung

Die Bereitschaft, sich auch künftig mit Astrazeneca impfen zu lassen, bleibt bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Jugendhilfe Werne hoch, glaubt Geschäftsführerin Katharina Böckenholt. Es sei sehr bedauerlich, dass der Impftermin für etwa 80 Personen am Freitag abgesagt werden musste. „Das Verständnis ist aber da, dass es noch einmal überprüft werden muss“, so die 41-Jährige.

Die Impfung würde einen deutlich höheren Schutz für das Personal, das eng mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommt, bedeuten. „In den Kitas und in den Wohngruppen kann man nicht immer den Abstand halten oder eine Maske tragen“, erklärt Böckenholt.

Katharina Böckenholt, Geschäftsführerin der Jugendhilfe Werne (hier auf einem Archivbild), bedauert die Absage des Impftermins am Freitag.
Katharina Böckenholt, Geschäftsführerin der Jugendhilfe Werne (hier auf einem Archivbild), bedauert die Absage des Impftermins am Freitag. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Zumindest ein Teil der Beschäftigten der Jugendhilfe kann aufatmen. Etwa 80 Personen wurden am Freitag (12. März) in der Lindertturnhalle geimpft. Mit Astrazeneca. Einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hätten über typische Impfreaktionen – Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Fieber – geklagt. Vereinzelt meldeten sich einige Beschäftigte für maximal zwei Tage krank nach der Impfung. Wann sie ihre zweite Dosis bekommen, bleibt allerdings weiter ungeklärt.

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Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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