Jugendhilfe plant Förderschule auf privater Basis in Werne und im Südkreis Coesfeld

hzSchulen in Werne

Werne soll wieder eine Förderschule bekommen - das ist der Plan der Jugendhilfe. Sie will eine Privatschule 2021 eröffnen. Denn es wird schwieriger, Kinder mit Förderbedarf zu unterrichten.

Werne, Selm

, 26.11.2019, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Sommer 2016 wurde die Barbaraschule in Werne geschlossen. 45 Schüler wechselten nach Lünen zur Förderschule. Doch bald soll Werne wieder eine eigene Förderschule bekommen. Das plant die Jugendhilfe Werne.

Als Trägerin möchte sie zum Schuljahr 2021/22 an zwei Standorten - Werne und einem Ort im Südkreis Coesfeld - eine Förderschule errichten. Mit den Schwerpunkten „Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“ sollen hier Kinder in der Primar- und Sekundarstufe unterrichtet werden.

„Es ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob es eine Schule mit zwei Standorten oder zwei Schulen geben wird“, erklärt Uwe Schenk, Geschäftsführer der Jugendhilfe Werne.

Bedarf für neue Förderschule in Werne ist da

Klar ist aber, dass der Bedarf für eine neue Förderschule vorhanden ist. Zu dieser Erkenntnis sei man neben der Rücksprache mit schulpsychologischen Beratungsstellen vor allem in der Analyse der eigenen Einrichtungen der Jugendhilfe gekommen.

Demnach seien bei einer stichprobenartigen Auswertung in den eigenen Einrichtungen 61 Kinder mit entsprechendem Förderbedarf gezählt worden.

Kinder sind in Klassen an öffentlichen Schulen überfordert

„Die Jugendhilfe erlebt, dass vermehrt akut Kinder und Jugendliche in den Wohngruppen untergebracht werden, die keinerlei Schulförderung erlebt haben“, erklärt Uwe Schenk.

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Diese Schüler seien teilweise überfordert in Klassen an öffentlichen Schulen. In einer Förderschule hingegen sind maximal zehn Kinder in einer Klasse. Die neue Förderschule in Werne soll deshalb auch keine große Schullandschaft bekommen. Als Standort kämen demnach auch eigene Gebäude der Jugendhilfe in Frage, wie Schenk erklärt. Aber auch ein Neubau sei nicht ausgeschlossen.

Förderschule wird eine private Einrichtung

Die Jugendhilfe Werne möchte eine Förderschule anbieten, um den Kindern einen kürzeren Schulweg zu ermöglichen. Im Zuge der Inklusion sind viele Förderschulen geschlossen worden. Aber auch aufgrund der sinkenden Schülerzahlen gibt es weniger Einrichtungen.

Aus diesem Grund soll die neue Förderschule in Werne eine private Einrichtung werden. „Privatschulen werden bei der Mindestschülerzahl anders behandelt als öffentliche Förderschulen. Bei öffentlichen Förderschulen müssen mindestens 80 Kinder angemeldet werden“, erklärt Schenk.

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„Es wird kein Schulgeld geben“

Bei privaten Förderschulen gibt es eine finanzielle Förderung des Landes von 98 Prozent. Für die verbleibenden zwei Prozent möchte die Jugendhilfe als Trägerin selbst aufkommen oder andere Förderer finden. „Es wird kein Schulgeld geben“, sagt Schenk. Die Verantwortlichen klären derweil die wirtschaftlichen, rechtlichen und konzeptionellen Fragen rund um die neue Förderschule.

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