Junge Union kritisiert das Café Chaos im Juwel

Jugendzentrum in Werne

„Schockiert“ hat sich die Junge Union (JU) Werne über eine Veranstaltung des Café Chaos im Jugendzentrum Juwel gezeigt. Dort hatten Mitglieder der linksorientierten „Avanti“-Initiative aus Dortmund über „Freiräume“ referiert. Der Vorwurf seitens der JU: Straftaten würden romantisiert.

Werne

, 28.10.2015, 18:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Jugendzentrum Juwel an der Bahnhofstraße.

Das Jugendzentrum Juwel an der Bahnhofstraße.

„Dieser Begriff lässt sich nach dem Bundesamt für Verfassungsschutz eindeutig dem linksextremen Spektrum zuordnen und meint Hausbesetzungen“, erklärte Wernes JU-Vorsitzender Christian Lang in einer Pressemitteilung am Mittwoch. „Es handelt sich dabei klar um die Romantisierung einer Straftat, nämlich um schweren Hausfriedensbruch, was durch diese Veranstaltung geschönt dargestellt wird.“

Bereits zu Beginn des Jahres sei das Café Chaos mit einem Konzert aufgefallen, auf dem Spenden für „Avanti“ gesammelt werden sollten. „Da kann man sich durchaus die Frage stellen, ob mit den Spenden Anwaltskosten bezahlt werden sollten“, schreibt Lang mit Blick auf die Hausbesetzer-Szene.

Klare Distanzierung gefordert

Die Veranstaltung habe dem Ziel gedient, Akzeptanz unter Jugendlichen und Besuchern des Jugendzentrums für diese illegalen Aktivitäten zu schaffen: „Dieses Ziel ist eindeutig unvereinbar mit dem eigentlichen Zweck solch einer Einrichtung, welche zudem noch steuerfinanziert ist.“

Die Junge Union fordere eine „klare Distanzierung“ der Stadt Werne und der Jugendhilfe als Träger des Juwel. Außerdem sollten in Zukunft nur noch Vorträge stattfinden, „welche nicht zu rechtlich als auch politisch fragwürdigen Handlungen aufrufen“, so Lang abschließend.

Jugenddezernentin stimmt zu

Über diesen Punkt herrscht auch grundsätzlich Einigkeit, wie Wernes Jugenddezernentin Elke Kappen auf Anfrage erklärte: „Illegale Aktionen werden weder von uns noch von der Jugendhilfe unterstützt.“ Dies sei auch Konsens nach einem Gespräch mit den Jugendlichen des Café Chaos nach dem von der JU kritisierten Konzert zu Jahresbeginn gewesen.

Sollte es beim Vortrag am Freitagabend tatsächlich zu einem Aufruf zur Hausbesetzung gekommen sein, werde man auch darüber sprechen müssen. Ein Treffen mit den Organisatoren des Café Chaos war ohnehin für kommende Woche geplant.

Allerdings sieht Elke Kappen nach Rücksprache mit Monika Frantzmann von der Jugendhilfe das Projekt nicht als gefährdet an: „Von daher finde ich es gut, dass die JU hier differenziert und weder das Juwel noch das Café Chaos infrage stellt.“   

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