Uneinsichtige Eltern bringen Stockumer Kinder in Gefahr

Kardinal-von-Galen-Grundschule

An der Kardinal-von-Galen-Grundschule in Stockum schwärt seit Jahren ein Problem, das meist die Eltern verursachen. Sie bringen dadurch Kinder in Gefahr. Womöglich kommt eine „massive Lösung“.

Stockum, Werne

, 07.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Verkehrssituation vor ihrer Schule ist für die Kinder der Kardinal-von-Galen Grundschule in Stockum, hier bei einer Brandschutzübung, nicht ungefährlich.

Die Verkehrssituation vor ihrer Schule ist für die Kinder der Kardinal-von-Galen Grundschule in Stockum, hier bei einer Brandschutzübung, nicht ungefährlich. © Freiwillige Feuerwehr Werne (A)

Die Stockumer Kardinal-von-Galen-Grundschule hat schon seit Jahren mit einem Problem direkt vor ihrer Haustür zu kämpfen. Es ist quasi ein hausgemachtes Problem. Denn viele Eltern wollen die eigenen Kinder mit dem Auto möglichst nahe ans Schulgebäude bringen. Dabei missachten sie - aber auch andere Verkehrsteilnehmer - die Regeln und bringen sogar andere Kinder in Gefahr.

Das Problem ist schon seit Jahren bekannt. Immer wieder gab es Initiativen, Aufrufe, Elternbriefe, Appelle. Vor zwei Jahren gingen die Schülerinnen und Schüler mit den Lehrern sogar auf die Straße, um sozusagen gegen die Unvernunft der eigenen Eltern zu protestieren. Genützt hat es offenbar wenig.

Durchfahrt verboten - aber nicht alle halten sich daran

Was ist das Problem? Die Grundschule liegt an der Kirchstraße. Die ist tagsüber bis 16 Uhr, wegen des Offenen Ganztages, für den Durchgangsverkehr gesperrt. Aber immer wieder missachten gutmeinende Eltern dieses Verbot und kutschieren ihre Kinder bis vor die Eingangstür.

Eine weitere Problemzone ist die nahe Kreuzung Kirch-/Boymerstraße. Hier halten ebenfalls zahlreiche Eltern entgegen den Verboten und lassen ihre Kinder heraus oder bringen sie zur Schule. Ein weiterer neuralgische Punkt ist der Einmündungsbereich Blekamp/Kirchstraße. Das alles führt zu unübersichtlichen Verkehrssituationen, die die Sicherheit der Schüler gefährden. Die damalige Schulleiterin Beate Klink-Schmidt sagte 2018: „Es ist erstaunlich, dass noch kein Kind verletzt wurde.“

Wenn Appelle nicht reichen, könnte „massive Lösung“ kommen

Am Dienstagabend (6. Oktober) befasste sich der Bezirksausschusses Stockum mit dem Thema. Die Elternpflegschaft der Schule hatte sich wegen der Gefährdung an die Stadt gewandt. „Es wird zu dem Thema einen Ortstermin geben, unter anderem mit der Polizei“, sagte Schuldezernent Alexander Ruhe den Politikern. Aber ob sich durch Appelle groß was ändern wird? Da hat wohl auch Ruhe seine Zweifel. Er meinte nämlich: „Man muss auch über massive Lösungen nachdenken.“

Was diese massive Lösung sein könnte, stellte Tiefbauamtsleiter Adrian Kersting vor. „Das wäre die Aufstellung von Pollern. Dann kommt da keiner mehr durch, nur noch Fußgänger und Radfahrer.“ Doch vor so einem gravierenden Einschnitt, der zudem Konsequenzen für Busse, Rettungsdienste oder Müllabfuhr hätte, schreckte die Politik dann doch zurück.

Einbahnstraße und/oder Schülerlotsen?

Stattdessen führte sie zwei „mildere“ Alternativen an. Bernd Winkelkötter (CDU) schlug vor, dieses Stück der Kirchstraße zur Einbahnstraße zu machen. Und Siegfried Scholz (SPD) warf die Idee in den Raum, ob man nicht auf freiwilliger Basis Eltern oder Großeltern finden könnte, „die als Schülerlotsen für Sicherheit sorgen“. Ruhe nahm beide Anregungen mit in die künftige Debatte.

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