Aus fürs Evangelische Gemeindezentrum Stockum: Protestanten ziehen in St. Sophia ein

Kirchengemeinden in Werne

Sinkende Mitgliederzahlen sorgen dafür, dass die Katholische und Evangelische Gemeinde in Werne enger zusammenrückt. Dafür wird ein Gebäude aufgegeben: das ev. Gemeindezentrum Stockum.

Werne, Stockum

, 30.05.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aus fürs Evangelische Gemeindezentrum Stockum: Protestanten ziehen in St. Sophia ein

Neues ökumenisches Zentrum in Stockum: In der katholischen St. Sophia wird künftig auch die Evangelische Kirchengemeinde eine geistliche Heimat finden. © Helga Felgenträger (A)

Über Konfessionen hinweg: Die Katholische und Evangelische Kirchengemeinden in Werne rücken enger zusammen, um sich für die Zukunft zu wappnen und weiterhin in Stockum präsent zu sein.

Aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen und gleichzeitig hohem Immobilienstand sind beide Kirchen zu einem Handeln gezwungen. Über die Neuentwicklung am Standort Stockum haben die Verantwortlichen der Gemeinden die Bürger nun informiert.

Entscheidung in völliger Einheit getroffen

„Wir möchten nachhaltig sein und in Stockum bleiben. Wir möchten selbst agieren und nicht reagieren, wenn es vielleicht schon zu spät ist. Und das machen wir dann lieber zusammen“, erklärt Alexander Meese, Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde.

Und sein Gegenüber ergänzt: „Wir haben die Entscheidung in völliger ökumenischer Einheit getroffen“, sagt Jürgen Schäfer, Pfarrdechant der Katholischen Kirchengemeinde Werne. Die engere Zusammenarbeit hat aber auch Folgen.

Evangelisches Gemeindezentrum wird aufgegeben

Die Evangelische Gemeinde gibt das Gemeindezentrum an der Brucknerstraße in Stockum auf. Zum Advent 2020 wird es laut Meese entwidmet. „Wir werden mit der Katholischen Gemeinde in eine WG ziehen - und zwar in St. Sophia“, sagt Meese. Dort soll ein ökumenischer Begegnungsort entstehen.

Die ersten gemeinsamen Veranstaltungen, etwa die Konfirmation im Mai 2020, sollen in der Kirche St. Sophia stattfinden. Auch Gemeindefeste und Gottesdienste sind künftig gemeinsam geplant. Die Treffen der beiden Gemeinden finden ohne Kürzungen weiterhin in Stockum statt - nun allesamt im Gemeindezentrum St. Sophia.

Chancen und Kosten-Ersparnis

„Wir müssen uns arrangieren. Demnächst trägt sich dann eine weitere Gemeinde in den Kalender ein. Das ist alles“, sagt Jürgen Schäfer ganz pragmatisch. Er sieht wie sein Kollege, Pfarrer Meese, Chancen in der Zusammenarbeit. „Es ist ein Plus für den Standort Stockum. Wir können Synergie-Effekte nutzen. Wir müssen die Kirche nur einmal heizen und nur einmal schmücken. Was will man mehr?“

Beide Gemeinden können auch Kosten sparen. Die Evangelische Gemeinde muss nicht mehr in das sanierdungsbedürftige Gemeindezentrum an der Brucknerstraße investieren.

„Es ist in die Jahre gekommen. Wir müssten das Gebäude aufwendig sanieren. Das Gebäude kommt aus anderen energetischen Zeiten“, sagt Meese und verweist etwa auf die elektronische Fußbodenheizung in dem Gebäude, das seit den 70er-Jahren als Gemeindezentrum genutzt wird.

Weiternutzung des Gemeindezentrums noch völlig unklar

Nun sucht das Presbyterium eine Lösung für die Weiternutzung. Was künftig aus dem auf einem Erbpachtgrundstück stehenden Gebäude passiert, sei zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen, so Meese. In dem Zustand sei aber wohl ein Verkauf der Immobilie am sinnvollsten, so der Pfarrer.

Enttäuscht zeigten sich beide Geistliche über die Teilnahme an dem Informationsgespräch in Stockum. Etwa 50 Besucher seien gekommen, um sich über die konkreten Veränderungen in ihrer Gemeinde zu informieren, so Meese.

Die anwesenden Gemeindemitglieder hätten aber Verständnis gezeigt. „Es ist eben die logische und normale Konsequenz, dass wir enger zusammen rücken“, sagt Pfarrer Jürgen Schäfer.

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