Cranger Kirmes im Oktober geplant: Droht Absage von Karussells auf Simjü?

hzSimjü in Werne

Die Cranger Kirmes im August wurde abgesagt. Nun peilt der Veranstalter einen neuen Termin im Oktober an. Das hätte Auswirkungen auf Simjü in Werne. Die Sorge ist groß, dass Schausteller absagen.

Werne

, 23.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil alle Großveranstaltungen bis Ende August abgesagt werden müssen, fällt auch die Cranger Kirmes in Herne aus. Das größte Volksfest in NRW soll nach dem Wunsch der Veranstalter und Schausteller nachgeholt werden. Und zwar im Oktober. Ausgerechnet dann, wenn Simjü in Werne steigen soll.

Deshalb ist die Sorge bei den Werner Marktleitern groß, dass einige Schausteller für Simjü absagen könnten. Das Problem: Die Cranger Kirmes könnte wie gewohnt elf Tage lang dauern. Simjü findet bekanntlich „nur“ an vier Tagen statt.

Lang andauernde Kirmes ist lukrativer für Schausteller

Für viele Schausteller ist ein länger andauerndes Volksfest lukrativer. Denn sie müssen dann nur einmal Fahrtkosten, Strom und Standgeld bezahlen. Gerade in diesem schwierigen Jahr der Corona-Pandemie wird sich der ein oder andere Schausteller genau überlegen, wo er am meisten Geld verdienen kann.

„Die Schausteller planen für das ganze Jahr ihren Reiseplan. Für viele Alteingesessene stehen die Termine fest“, erklärt Jürgen Menke, einer der beiden Marktleiter der Simjü-Kirmes in Werne. Viele Schausteller würden sich auch gern für die drei aufeinander folgenden Kirmessen in Bocholt (geplant für 16.-19. Oktober), Werne (24.-27. Oktober) und Soest (4.-8. November) anmelden.

Sagen große Karussells für Simjü ab?

„Es gibt Kirmessen, da fahren die Schausteller jedes Jahr hin. Viele, die in Bocholt stehen, stehen auch in Werne“, erzählt Menke. In diesem Jahr könnte jedoch alles anders sein, wenn mit Crange die größte Kirmes in NRW auch im Oktober stattfinden sollte. Dort müssten die Schausteller nur einmal ihre Karussells aufbauen und einmalig Standgebühren, Fahrtkosten und Strom zahlen. Und sie hätten an elf Tagen am Stück die Möglichkeit auf Einnahmen.

Für Werne hätte eine Terminkollision mit der Kirmes im Herner Stadttteil Crange konkrete Auswirkungen, glaubt Menke. Es könnte Absagen von Schaustellern - vor allem der Betreiber von großen Fahrgeschäften - bedeuten. Der Musik-Express etwa steht in der Regel stets sowohl auf Crange als auch auf Simjü. Kommt es zur Absage in Werne, haben die Veranstalter aber eine rechtliche Handhabe, wie Menke erklärt.

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„Wir können natürlich niemanden zwingen, nach Werne zu kommen. Wenn ein Schausteller absagt, dann bestehen wir aber darauf, dass die Standgebühren bezahlt werden.“ Zuletzt gab es 2019 eine kurzfristige Absage des Schaustellers Hoefnagels. Er baute sein Fahrgeschäft Infinity statt in Werne auf dem Freimarkt in Bremen auf. Dort stand seine riesige Überkopf-Schaukel dann 17 Tage lang.

In diesem Jahr soll sich die Schaukel dann aber in Werne drehen. Zumindest hat Hoefnagels den Vertrag für Simjü unterschrieben. Ob es dieses Mal wirklich klappt, bleibt abzuwarten.

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Die beiden Marktleiter Jürgen Menke und Alina Mertens jedenfalls planen derweil weiter wie bisher die Simjü-Kirmes. „Man muss sich vorbereiten. Man kann eine solche Kirmes nicht innerhalb von vier bis sechs Wochen auf die Beine stellen“, erklärt Menke.

Entsprechend laufen die Vorbereitungen für die größte Kirmes im Münsterland so wie in den Jahren zuvor. Für die großen Karussells haben die Schausteller die Verträge bereits zurückgeschickt. Im Mai gehen die Schreiben an die Betreiber der Randgeschäfte heraus, erzählt Jürgen Menke. Das alles geschieht natürlich unter Vorbehalt.

Neues Sicherheitskonzept für Simjü

Niemand kann sicher beantworten, ob Simjü abgesagt werden muss. „Wir können nur abwarten, was die Bundesregierung macht und hoffen, dass sich die Infektionsgefahr reduziert“, so Menke.

Wenn Simjü 2020 steigt, dann jedenfalls unter besonderen Bedingungen. „Die Simjü-Kirmes wird nicht mehr so wie sie einmal war in diesem Jahr“, sagt Menke. Das Sicherheitskonzept werde überarbeitet. Wie die Änderungen konkret aussehen werden, ist noch unklar.

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