Das Verbot von Großveranstaltungen haben Bund und Länder am Donnerstag bis Ende des Jahres verlängert. Was bedeutet das für eine mögliche Alternativveranstaltung der Sim-Jü-Kirmes in Werne? © Jörg Heckenkamp (A)
Sim-Jü in Werne

Klare Ansage der Stadt: „Entweder Sim-Jü im vollen Umfang durchführen oder gar nicht“

Mit der positiven Entwicklung in der Corona-Krise gibt es erste Pläne für temporäre Freizeitparks und kleine Kirmessen in der Region. In Werne gibt es nun eine klare Ansage zur Sim-Jü-Kirmes.

Im Sommer könnten sich in einigen Städten wieder Karussells auf Jahrmärkten drehen. Schausteller planen temporäre Freizeitparks wie etwa nun in Lingen (Niedersachsen). In Dortmund soll es bald eine Mischung aus Freizeitpark und Kirmes geben.

Ab September könnten Volksfeste sogar wieder ohne begrenzte Besucherzahl möglich sein, wenn das Land unter einem Inzidenzwert von 35 liegt. In Werne gehen die Vorbereitungen auf Sim-Jü Ende Oktober weiter. Und die Verantwortlichen geben nun eine klare Ansage zur Durchführung des größten Volksfestes an der Lippe.

Stadt Werne plant nur mit Sim-Jü-Kirmes in gewohnter Form

„Wir werden unsere traditionelle Innenstadt-Kirmes nicht runterfahren. Entweder werden wir Sim-Jü im vollen Umfang durchführen oder gar nicht“, erklärt Kordula Mertens, Ordnungsamtsleiterin der Stadt Werne, im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Stadt Werne werde demnach keine kleinere Kirmes-Variante in der Lippestadt veranstalten.

Pläne wie im vergangenen Jahr, eine Mini-Sim-Jü auf dem Parkplatz Am Hagen zu organisieren, müssten dann von anderen Veranstaltern, etwa von Schaustellern selbst, geplant werden. Anders als 2020 gibt es in diesem Jahr, so Mertens weiter, bereits eine konkrete Formulierung in der aktuellen Coronaschutzverordnung mit Blick auf eine mögliche Durchführung von Großveranstaltungen.

Kirmes ab September wieder erlaubt – bei niedrigen Inzidenzzahlen

Ab dem 1. September wären solche Events möglich. Wenn im Kreis Unna der Inzidenzwert sieben Tage nacheinander unter 35 liegt, ist eine Kirmes mit bis zu 1000 Besucherinnen und Besuchern, die einen negativen Test vorweisen können, erlaubt. Die begrenzte Besucherzahl fällt sogar, wenn der Inzidenzwert im Land NRW auch sieben Tage lang unter 35 liegt, so heißt es in der aktuellen Coronaschutzverordnung. Und ein Hygienekonzept für die Veranstaltung ist verpflichtend. Ohne dass die Details dafür schon bekannt sind, werden sicherlich Abstandsregeln und eine begrenzte und kontrollierte Besucherzahl Inhalt des Konzepts sein.

„So etwas ist bei einer Innenstadtkirmes, wie wir sie mit Sim-Jü haben, einfach nicht denkbar“, sagt Mertens. Man müsste theoretisch die gesamte Innenstadt, in der die Traditionskirmes stattfindet, einzäunen und Abstandsregeln für die Besucherinnen und Besucher auflegen. „Das ist einfach nicht realistisch.“ Solche Pläne für begrenzte Kirmessen oder temporäre Freizeitparks könnten nur dort stattfinden, wo die Veranstaltung auf einem umrissenen Platz steigen soll, so Mertens weiter.

Mögliche Absage wird kurzfristig bekannt gegeben

So gilt in Werne – wenn man so will – das Prinzip: entweder ganz oder gar nicht. Sollte es also wie im vergangenen Jahr zu der Absage der Sim-Jü-Kirmes kommen, müssten die Schausteller selbst oder andere Veranstalter ein Alternativ-Event in der Lippestadt auf die Beine stellen. Die Stadtverwaltung werde nach derzeitigem Kenntnisstand keine abgeänderte oder abgespeckte Kirmes in Werne organisieren. Man hält damit weiter an den Plänen fest, eine Sim-Jü-Kirmes vom 23. bis 26. Oktober 2021 in gewohnter Form durchzuführen.

„Wir werden so spät wie möglich absagen, wenn es sein muss“, erklärt Mertens. Danach orientiert man sich in Werne am Vorjahr, als man Ende August und damit knapp zwei Monate vor der geplanten Veranstaltung den Schaustellern mitteilen musste, dass die Kirmes in der Lippestadt nicht stattfinden kann. Das sei auch von den Schaustellern so gewünscht. Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, habe signalisiert, dass die Schausteller kurzfristig aufbauen oder nicht kommen können, so Mertens weiter.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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