Der erste Wähler im Autohaus muss schnell wieder weg

hzKommunalwahl-Auftakt

Wegen Corona mussten einige Wahllokale an ungewohnte Orte ausweichen. Zum Beispiel das Wahllokal Werne 50 ins Autohaus. Das stellte die Wahlhelfer vor einige Herausforderungen.

Werne

, 13.09.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen des Schutzes vor der Corona-Pandemie verzichtete die Stadt darauf, Wahllokale wie üblich in Senioreneinrichtungen oder Kitas einzurichten. Daher mussten Alternativ-Standorte gefunden werden. Einer ist das Autohaus Bispinghoff im Baaken. Wir waren kurz vor Öffnung vor Ort.

7:42 Uhr:

Menschen mit Mundschutz eilen hin und her rund um das Ausstellungsgebäude des Autohauses im Baaken. Christin Thiemann fragt, wo sie das Schild „Wahlraum“ außen anbringen soll. Kim Schmitt kommt mit dem Tesafilm, beide pappen das orangefarbene Schild an die Scheibe.

7:43:

„Hier ist eine Stufe“, sagt Dietmar Kümer. „Eine Rampe haben wir nicht“, entgegnet ein anderer Helfer unter seiner Maske. Man einigt sich, gehandicapte Wähler über den eigentlich als Ausgang ausgeschilderten Weg ins Wahllokal zu führen.

Christin Thiemann zeigt: Da geht's lang.

Christin Thiemann zeigt: Da geht's lang. © Jörg Heckenkamp

7:46:

Dietmar Kümer und Julius Mette bringen wie vorgeschrieben die fünf Stimmzettel zur Ansicht an der Außenfassade an, direkt neben dem Eingang. Drinnen werden noch die richtigen Positionen für Tische, Stühle, Ausgabestelle, Desinfektions-Stationen, etc. gesucht.

7:51:

Marita Funhoff, erfahrene Politikerin und Wahlvorstand, bestimmt die Position der zweiten Desinfektions-Station.

7:55:

Funhoff ruft: „So, haben wir alles? Sieht gut aus.“

Dietmar Kümer (r.) und Julius Mette bringen die Stimmzettel zur Ansicht an.

Dietmar Kümer (r.) und Julius Mette bringen die Stimmzettel zur Ansicht an. © Jörg Heckenkamp

7:57:

„So, ich muss euch noch was erzählen“, sagt Funhoff und ruft ihr achtköpfiges Team zusammen. Sie verliest die offiziellen Erklärungen zur Wahl, Schweigepflicht, etc. Dann organisiert sie, wie die Helfer den Tag über sich abwechseln. „Es müssen nicht alle gleichzeitig da sein“. Erst um 17 Uhr sollen alle wieder zusammenkommen. Denn ab 18 Uhr geht‘s ans Auszählen.

7:58:

Es geht noch einmal um Corona-Schutz. Funhoff erklärt: „Jede Stunde die Kontaktflächen hier im Authaus desinfizieren.“ Scherzhafter Zwischenruf: „Aber nicht die Autos, oder.“ Alle lachen, die Spannung löst sich etwas.

Wahlvorstand Marita Funhoff (r.) bespricht letzte Details mit Dietmar Kümer.

Wahlvorstand Marita Funhoff (r.) bespricht letzte Details mit Dietmar Kümer. © Jörg Heckenkamp

8:04:

Der erste Wähler kommt. Joachim Kalfhaus (60) schaut sich etwas unentschlossen um, desinfiziert seine Hände und geht dann Richtung Wahlvorstand. „Ah, unser erster Kunde“, ruft Marita Funhoff mit einem Lachen in der Stimme. „Ja, und der will schnell bedient werden“, antwortet Kalfhaus. Alle lachen.

8:07:

Kalfhaus wirft den Umschlag in die Urne. Er hat es eilig: „Ich muss zum Fußballspiel meiner Tochter nach Ibbenbüren.“

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