Nach Alarm am Krankenhaus-See: Diese technische Neuerung soll Patienten schützen

hzChristophorus-Krankenhaus

Jüngst gab es Alarm wegen einer leblosen Person am Krankenhaus-See. Der Mann, der kein Patient war, wurde schnell behandelt. Doch wie schützt das Krankenhaus überhaupt seine Patienten?

Werne

, 04.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alarm am See des Christophorus-Krankenhauses: Die Rettungskräfte wurden am Dienstag, 28. Mai, wegen einer leblosen Person in oder am Wasser alarmiert. Schnell gab es Entwarnung. Der Mann, der alkoholisiert war, befand sich am See.

Ihm konnte durch das Personal des Krankenhauses geholfen werden. Er war kein Patient. Doch wie kann das Krankenhaus seine Patienten überhaupt schützen vor dem Gewässer? Wie kann das Personal den Überblick über seine Patienten behalten, die das Krankenhaus vorübergehend verlassen?

Abmelden ist Pflicht

Es gibt gewisse Kontrollen, um den Überblick über die Patienten zu behalten. So trägt jeder Patient aus Sicherheitsgründen ein Armband, auf dem der Name steht.

„Wenn ein Patient im Nachthemd im Winter aus dem Hauptausgang gehen würde, hätten die Mitarbeiter an der Pforte sofort die Informationen parat“, stellt Melanie Schneider, Pflegedienstleiterin, ein mögliches Szenario dar.

Generell gilt auf jeder Station: abmelden, wenn man die Station verlässt. „Wer eine Zigarette rauchen gehen möchte, der gibt auf der Station Bescheid“, erklärt Schneider. Die meisten Patienten des Christophorus-Krankenhauses würden sich an diese Regel halten.

Vor allem bei den Patienten, die ihre Operation oder Behandlungen schon hinter sich hätten, werde das „verbindliche Abmeldeverfahren“ nachlässiger, so die 55-Jährige. Die meisten Patienten zeigen aber Verständnis. Generell dürfen die Patienten das Krankenhausgelände nicht verlassen.

Sensormatten als Hilfsmittel

Eine neue Sicherungstechnik kann bei dementen Patienten zum Einsatz kommen. Seit zwei Monaten testet das Krankenhaus sogenannte Sensormatten. Diese werden vor das Bett des Patienten gelegt. Wenn dieser darauf tritt, löst das einen Signalton aus, der an die Station gesendet wird.

Die Matte hilft etwa bei Patienten mit Hinlauftendenz, also bei Menschen, die zum ziellosen Umherlaufen tendieren. Vor allem im Nachtdienst kann die Matte eine große Hilfe sein. Bisher verfüge das Christophorus-Krankenhaus über eine Sensormatte. Kosten: rund 400 Euro.

Angenehmer und sicherer Aufenthalt

„Wir probieren das Ganze erst einmal aus. Bislang hatten wir noch keinen höheren Bedarf. Wir haben bislang gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Melanie Schneider. Der Kauf der Sensormatte sei im Zuge des Projektes „Demenzsensibles Krankenhaus“ erfolgt, so Schneider.

„In Schulungen, an denen unsere Mitarbeiter teilnehmen, stellt man sich die Frage, wie das Krankenhaus dazu beitragen kann, dem Patienten den Aufenthalt so angenehm und sicher wie möglich zu machen“, sagt Schneider.

Ein Restrisiko bleibt

In der Kontrolle der Patienten gibt es generell Einschränkungen. Patienten dürfen nicht ans Bett fixiert werden - es sei denn, es liegt ein richterlicher Beschluss vor. Außerdem dürfen keine Türen verschlossen bleiben. Ein Restrisiko bleibt also.

Das gilt auch für den Krankenhaus-See, der laut Melanie Schneider bis zu 1,50 Meter tief ist. Es gäbe mehrere Hinweisschilder und Beleuchtung. Im Fall der Fälle steht aber auch ein Rettungsboot am Krankenhaus bereit. Auch beim Vorfall in der vergangenen Woche konnte das Klinikpersonal helfen.

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