Kritik am Ordnungsamt nach Innenstadt-Flohmarkt

Der Ärger danach

Die mehr als 500 Stände vom Flohmarkt am Samstag sind längst wieder abgebaut, der Ärger hält aber weiter an. Von einer „großen Uneinsichtigkeit“ mancher Händler sprach Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens. „Von unverhältnismäßig hartem Durchgreifen“ der Vertreter der Ordnungsbehörde dagegen ein 71-jähriger Werner.

WERNE

, 13.09.2016, 05:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der gute gefüllte Marktplatz gegen 6 Uhr am Samstagmorgen.

Der gute gefüllte Marktplatz gegen 6 Uhr am Samstagmorgen.

Seinen Namen wollte der passionierte Flohmarktgänger – „seit rund 40 Jahren besuche ich den Flohmarkt jedes Jahr und habe da schon viel Geld gelassen“ – nicht in der Zeitung lesen, aus Angst vor Repressalien. „Denn als ich mich am Freitagabend vor die verunsicherten Händler gestellt habe, drohte man mir bereits mit einem Platzverweis.“

Dass das vom Werne Marketing angekündigte härtere Durchgreifen nicht überall gut ankommen würde, war Veranstaltungsmanager David Ruschenbaum schon im Vorfeld klar gewesen. Er hatte vor einem Monat angekündigt, dass die Stadt es nicht mehr tolerieren werde, wenn Teilnehmer ihren Wunsch-Standplatz im Vorfeld mit Klebeband markieren oder schon vor 2 Uhr am Samstagmorgen mit dem Auto vorfahren, um aufzubauen oder gar schon verkaufen. Rund 20 Mitarbeiter – vom Marketing, vom Sicherheitsdienstleister BAK und vom Ordnungsamt – waren unterwegs, um das zu kontrollieren.

Trotz Poller fuhren Autos in die Fußgängerzone

„Ich war seit 22 Uhr vor Ort“, so Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens. Zu diesem Zeitpunkt sei die Außengastronomie in der Innenstadt noch gut besucht gewesen. „Dennoch fuhren Flohmarkthändler mit ihren Autos in die Fußgängerzone, ließen die Wagen mit laufendem Motor stehen und zogen Tische laut klappernd über das Pflaster. “

Sie habe daraufhin veranlasst, den Poller zu Beginn der Straße Markt hochzuziehen, „daraufhin versuchten Autos, daran vorbeizufahren“. Da habe sie dann schon „ein paar deutliche Worte gesprochen“, aber keine Sanktionen verhängt, so Mertens.

„Das Ganze ist ein schwieriger Balance-Akt“, sagte gestern Werne-Marketing-Geschäftsführerin Carolin Brautlecht. „Einerseits wollen wir die Veranstaltung nicht zu sehr reglementieren.“ Schließlich seien es Bürger, die da mitmachten, und eben keine Profihändler. „Andererseits müssen wir den Interessen der Anwohner der Innenstadt gerecht werden.“ Die hätten sich nachdrücklich über Ruhestörung beschwert.

Es gab auch positive Effekte

Immerhin: „Das härtere Durchgreifen hat nicht nur zu Ärger geführt, sondern hat auch positive Effekte“, so Brautlecht: „Die Leute haben kaum noch Klebeband benutzt, das dann teuer vom Pflaster zu entfernen wäre. Und es blieb viel weniger Müll zurück.“

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