„Es gab nichts zu diskutieren“: Stadt kontert Kritik des Sim-Jü-Arbeitskreises

hzSim-Jü in Werne

Die Sim-Jü-Kirmes hat die Stadt Werne Ende August offiziell abgesagt. Der Arbeitskreis Sim-Jü fühlte sich übergangen, war nicht in die Gespräche involviert. Nun kontert die Stadt auf die Kritik.

Werne

, 16.09.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das endgültige Aus für Sim-Jü kam gut zwei Monate vor dem Kirmes-Termin. Die Verantwortlichen der Stadt Werne sagten die traditionelle Veranstaltung Ende August offiziell ab. Seitdem laufen die Gespräche mit den Schaustellern, ob und wie ein Alternativ-Event, also eine kleine Kirmes, in Werne stattfinden kann. Mit den Schaustellern steht die Stadt eng in Kontakt, mit dem Arbeitskreis Sim-Jü offenbar nicht.

Jörg Weber, eines der insgesamt sieben Mitglieder, kritisiert öffentlich, dass man den Arbeitskreis nicht in die Gespräche involviert habe. Man fühle sich von der Stadt übergangen, erklärte Weber gegenüber dieser Redaktion. „Es gab kein einziges Gespräch. Da hätten wir uns als Gremium schon mehr Beachtung und Beteiligung gewünscht“, so Weber.

„Es gab nichts zu diskutieren“

Dem widerspricht Kordula Mertens, Ordnungsamtsleiterin der Stadt: „Wir haben alle Beteiligten - auch den Arbeitskreis - per Mail angeschrieben und die Info über die offizielle Absage an die Presse gegeben.“ Sie könne zwar nachvollziehen, dass sich der Arbeitskreis sich nicht ausführlich informiert gefühlt hat.

„Es gab aber nichts zu diskutieren, ob Sim-Jü in gewohnter Form stattfinden kann. Wir haben kein Ermessen gehabt. Die Corona-Schutzverordnung war entscheidend und hat uns gar keine andere Möglichkeit gegeben, als die Kirmes abzusagen“, erklärt Mertens.

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Zu dem Vorwurf, man habe den Arbeitskreis nicht in die Planungen zu einer Alternativveranstaltung involviert, sagt Mertens: „Wir reden im Moment mit den Schaustellern, um zu klären, was überhaupt möglich ist. Man muss gucken, ob es sich überhaupt wirtschaftlich lohnt, etwas auf die Beine zu stellen. Erst dann werden wir uns zusammensetzen und auch mit dem Arbeitskreis überlegen, was in Werne möglich ist.“

Auch Frank Gründken, Dezernent Innere Verwaltung, erklärt, dass es gar keinen Anlass gegeben hätte, sich mit dem Arbeitskreis zusammen zu setzen. „Wir sitzen im Moment noch im luftleeren Raum, solange wir noch keine Rückmeldung von den Schaustellern bekommen haben. Wir wissen noch nicht, was sie sich vorstellen können. Deshalb könnten wir auch mit dem Arbeitskreis nur in die Glaskugel gucken.“

Sim-Jü-Arbeitskreis wurde informiert

Auch er betont, dass man das Sim-Jü-Gremium mit zwei E-Mails informiert habe. Dazwischen habe es keinen weiteren Gesprächsbedarf gegeben. „Wir haben eine gesetzliche Lage aufgrund der Corona-Schutzverordnung. Der Arbeitskreis kann sich noch so bemühen und da hätte sich nichts an der Absage geändert“, so Gründken.

Er erklärt, dass der Arbeitskreis künftig „wie immer“ beteiligt wird, sobald es in die konkretere Planung einer möglichen Alternativveranstaltung geht. Nun würde der Ball aber zunächst bei den Schaustellern liegen.

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