Landratskandidaten zum Umweltschutz: „Dann lassen Sie uns jetzt auch loslegen!“

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Der Umweltschutz ist spätestens seit der Fridays-for-Future-Bewegung wieder ganz oben auf der politischen Agenda - uns war natürlich auch Thema in unserer Diskussionsrunde mit den Landratskandidaten für den Kreis Unna.

Werne

, 28.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Umwelt- und Klimaschutz ist eines der am heißesten diskutierten Themen der vergangenen Jahre. Kleinere und größere Demos - vorzugsweise freitags - haben das Thema wieder stärker in den Fokus gerückt. Und teils die Gemüter erhitzt - passend zum „blauen Planeten“, auf dem es bekanntlich immer wärmer und ungemütlicher wird.

Auch die Landratskandidaten für den Kreis Unna haben sich im Rahmen unserer Diskussionsrunde klar zum Staus quo geäußert. Andreas Dahlke (Wählergemeinschaft GFL), Herbert Goldmann (Grüne), Mario Löhr (SPD) und Marco Morten Pufke (CDU) sprachen unter anderem darüber, wie heikel die Lage ist und was man überhaupt dagegen tun kann.

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In 7 Minuten: Die Landratskandidaten zum Thema Umweltschutz

Goldmann darf starten, hält sich mit Forderungen allerdings auffallend zurück und weist stattdessen darauf hin, dass seine Partei für ihre Vorschläge zur CO2-Minderung, dem Klimaschutzkonzept und den Klimafolgen-Anpassungen in der Vergangenheit keinen breiten Zuspruch erhalten habe. „Ich denke aber, dass mittlerweile ein Wandel stattgefunden hat. Und das ist auch dringend geboten, weil uns die Folgen der Klimakrise in den kommenden Jahrzehnten deutlich und massiv begleiten werden“, so der Grünen-Politiker.

Sein Gegenüber Pufke widerspricht direkt. Das Thema werde schon seit langer Zeit von der Politik bearbeitet - etwa mit Blick auf die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude. Zudem betont der CDU-Mann: Klimaschutz ist wichtig, keine Frage, „aber die Themen bergen ja teilweise schon in sich Widersprüche. Da denke ich zum Beispiel an die Themen Windkraft und Artenschutz.“

Trafen sich zum Rededuell bei "Werne vor der Wahl": die Landratskandidaten 2020 v. l. Mario Löhr (SPD), Marco Morten Pufke (CDU), Andreas Dahlke (GFL) und Herbert Goldmann (Grüne).

Trafen sich zum Rededuell bei "Werne vor der Wahl": die Landratskandidaten 2020 v. l. Mario Löhr (SPD), Marco Morten Pufke (CDU), Andreas Dahlke (GFL) und Herbert Goldmann (Grüne). © Montage Klose

Pufke: Umweltschutz „birgt schon Widersprüche in sich“

Aufgabe der Politik sei es, „verantwortlich alle Aspekte abzuwägen – sowohl die ökologischen als auch die ökonomischen“. Und dann gebe es natürlich noch die „soziale Frage“. Energie müsse schließlich bezahlbar bleiben. Auch für diejenigen Menschen, denen es finanziell nicht so gut geht: „Wir sind dankbar für die Denkanstöße, die uns etwa die Fridays-for-Future geben. Aber trotzdem ist es immer ein Abwägen. Einfache Lösungen gibt es bei diesen Themen nicht.“

Deutlich offensiver präsentieren sich Dahlke und Löhr in Sachen Klima- und Umweltschutz. „Dann lassen Sie uns doch jetzt gemeinsam mit dem Prozess anfangen. Die Themen liegen ja auf dem Tisch. Bei der Mobilität können wir gleich die ersten Maßnahmen treffen. Aber lassen Sie uns nicht die Diskussion führen, durch Corona hätten wir jetzt nicht mehr das Geld“, erklärt Löhr.

Die Energiewende sei eingeläutet - und er als SPD-Mann durchaus dazu bereit, finanzielle Risiken einzugehen: „Lassen Sie uns die Flächen, die wir haben, nutzen. Wir müssen die Energiewende mit allen Maßnahmen anpacken, die nötig sind.“

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Dass dies ein teurer Spaß werden könnte, weiß auch Dahlke. Klima- und Umweltschutz bekomme man nicht zum Nulltarif. Das „Rüstzeug“ habe man allerdings schon längst, so der GFL-Kandidat: „Wer hier heute erzählt, wir hätten nicht die Möglichkeiten und nicht das Knowhow, um Klimaschutz voranzutreiben, der ist auf dem falschen Weg.“

Dahlke nennt im Anschluss eine Reihe von Beispielen: Abmilderung von Starkregenereignissen im Straßenbau durch Rigolen, Nutzung von Oberflächenwasser, Dachbegrünung - das alles sei heute „kein Ding mehr“. Und wenn es nach Dahlke geht, würde das Baugesetzbuch noch besser heute als morgen umgeschrieben. „Wohraumverdichtung nur in Verbindung mit Kompensationsmaßnahmen“ lautet seine Zauberformel. „Dann wird es sicherlich teuer. Aber wir müssen das jetzt endlich anpacken.“

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