Lebensmittelkontrolle: 74 von 208 Werner Betrieben wiesen 2019 Mängel auf

hzLebensmittelsicherheit

In 208 Fällen hat das zuständige Amt im Vorjahr die Lebensmittelbetriebe in Werne kontrolliert. 74 bestanden die Prüfung nicht - davon 48 aus hygienischen Gründen. Das Amt ist dennoch zufrieden.

Werne

, 04.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese Ergebnisse klingen nicht gerade schmackhaft: 2019 führte das Veterinäramt des Kreises Unna 208 Kontrollen in den 238 Werner Lebensmittelbetrieben durch. In 74 Fällen verstießen Betriebe gegen die Vorschriften - 48 davon im hygienischen Bereich. In zehn Fällen ging es um Eigenkontrollen - beispielsweise Schädlingsprävention, Wareneingangs- und Gartemperaturkontrollen - und in 13 Fällen um die Kennzeichnung der Waren. Die restlichen drei Verstöße sind als „sonstige Verstöße“ verbucht.

Doch besonders besorgt zeigt man sich beim Kreis angesichts dieser Ergebnisse nicht.

Bloß kein Gammelfleisch!

„Vor allem geht es uns bei Kontrollen darum, dass die Lebensmittel nicht gesundheitsgefährdend sind. Stichwort: Gammelfleisch. Wir achten darauf, dass nicht gepanscht wird und dass die Kunden ein sicheres Lebensmittel bekommen“, erklärt Constanze Rauert, Pressesprecherin des Kreises Unna.

Deshalb lägen das Veterinäramt und die Lebensmittelüberwachung im Kreis Unna auch in einer Hand: „Das Tier, das gesund im Stall lebt, soll auch gesund auf den Teller landen“, so Rauert. In kreisfreien Städten wie Dortmund oder Hamm kümmert sich das Ordnungsamt um Lebensmittelkontrollen.

Behörde ist mit den Kontrollergebnissen zufrieden

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 2710 der 3100 Gastronomiebetriebe des Kreises kontrolliert worden. Die Ergebnisse: 1230, also etwas weniger als die Hälfte, bestanden die Kontrollen nicht. Auch dort ging es in den meisten Fällen um die Betriebshygiene. In 207 Fällen ging es um die Kennzeichnung der Lebensmittel und in zehn Fällen wurde die Zusammensetzung der Waren bemängelt.

Dennoch betont Rauert: „Wir können zufrieden sein, wie im Kreis Unna mit Lebensmitteln umgegangen wird. Trotz vieler kleinerer Beanstandungen handelte es sich in den meisten Fällen um sichere, gute Waren.“ Die hygienischen Verstöße, erklärt sie, seien häufig „Kleinigkeiten“ wie nicht verwendete Handschuhe an der Brötchentheke oder ein Verstoß gegen das Gesetz, die Hygienevorschriften für alle Mitarbeiter sichtbar aufzuhängen.

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Vor allem bei großer Konkurrenz, wie es bei Dönerbuden oder Pizzerien der Fall ist, sollten die Betreiber auf gute Qualität achten - denn so grenzen sie sich von den Mitbewerbern ab.

Gerade der Döner ist aktuell im Gespräch: Weil das Produkt dem amtlichen „Merkblatt Kenntlichmachung von ‚Döner Kebab‘ und ‚ähnlichen‘ Erzeugnissen bei loser Abgabe“ nicht entsprach, musste ein Restaurant in Dortmund seine komplette Karte ändern und alle Dönergerichte in „Drehspießfleisch“-Gerichte umbenennen. Auch Werner Dönerbuden machten sich nach diesem Fall besonders Gedanken um die Deklarierung ihrer Waren.

Bier, Gurken, Döner: Gesetze kommen von „oben“

„Richtlinien wie jene für Döner lässt sich die Veterinärbehörde des Kreises nicht einfallen“, betont Rauert. Dafür sei der Gesetzgeber zuständig. „Das sind Gesetze von oben, genauso wie das Reinheitsgebot für Bier oder die Richtlinien für Gurken oder Frikadellen. Es gibt beinahe für alles ein Gesetz“, fügt sie hinzu.

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„Uns geht es weniger um die Deklarierung, sondern mehr darum, dass die Waren in Ordnung sind. Wir gehen in der Regel nicht mit einem Messbecher los und überprüfen akribisch die Zusammensetzung der Lebensmittel“, sagt sie. „Wir wollen den Betrieben nichts Böses. Unsere Hauptaufgabe liegt darin, zu beraten und zu betreuen, damit die Betriebe die Richtlinien einhalten und gute Lebensmittel verkaufen können“, betont sie.

Hinweise der Bürger werden ernst genommen

Schwere Fälle fielen natürlich sofort auf: „Wenn gar kein Fleisch im Döner wäre, wäre das kein Problem der Kennzeichnung mehr, sondern vorrangig ein Problem der Lebensmittelsicherheit.“ Außerdem betont Rauert: „Wir können nicht überall sein. Wir nehmen jeden Hinweis der Bürger ernst - skeptisch sind wir aber bei anonymen Hinweisen.“

Die hätten nämlich öfter persönliche Gründe: Wenn jemand beispielsweise behaupte, die Dönerbude um die Ecke rieche immer schlecht, aber seinen eigenen Namen nicht nennen will, sei das etwas suspekt. Die Werner Dönerbuden dürfen ihren Döner übrigens aktuell weiter Döner nennen, denn bei den jährlichen Routinekontrollen wurden die Spieße bislang nicht in puncto Kennzeichnung beanstandet.

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