Kirsten Schulz hat 5000 Kindern Schwimmen beigebracht: „Lehrschwimmbecken-Aus ist Katastrophe“

hzLehrschwimmbecken Stockum

Mehr als 5000 Kindern hat sie in Werne das Schwimmen beigebracht. Kirsten Schulz hat das Schwimmen gelebt. Das Aus des Lehrschwimmbeckens ist für sie eine Katastrophe – aus vielen Gründen.

Werne, Stockum

, 14.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Wasser war schon immer ihre zweite Heimat, ihr Leben voller Chlor-Geruch. Zwanzig Jahre lang hat Kirsten Schulz im Hallenbad des alten Solebads gearbeitet und mehr als 5000 Werner Kindern und 500 Erwachsenen das Schwimmen beigebracht. Die Rentnerin weiß, worauf es bei der Schwimm-Ausbildung ankommt und sagt: „Das Lehrschwimmbecken-Aus ist eine Katastrophe!“

„Die Kinder müssen den Preis für diese Entscheidung tragen“, sagt Schulz. „Das macht mich am traurigsten.“ Ihr gehe es nicht um Politik und auch nicht um den Einsatz für Stockum. „Es geht darum, Möglichkeiten zu schaffen, um Kindern das Schwimmen beizubringen.“ Möglichkeiten, die mit dem Aus des Lehrschwimmbeckens Stockum weniger werden, sagt sie.

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Geht es nach der erfahrenen Schwimmlehrerin und ehemaligen Schwimmerin für die dänische Nationalmannschaft, ist eine Schließung des Lehrschwimmbeckens keine Alternative.

„Die Kinder müssen schwimmen lernen – und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Angebot im Solebad dafür ausreicht“, so die Rentnerin. In Stockum stehe mit dem Lehrschwimmbecken dauerhaft Platz für Kurse zur Verfügung. „Da kann man schlichtweg mehr anbieten.“

Schulz: „Die Stadt steht in der Pflicht“

Besonders Intensivkurse, die Kinder mehrere Tage in Folge für jeweils mehrere Stunden besuchen, kann sie sich nicht im Solebad vorstellen. „Ich finde, die Stadt steht da in der Pflicht.“

Doch wie der Rat 2018 beschlossen hat, wird im Lehrschwimmbecken in Stockum am Montag, 15. Juli, zunächst der Stöpsel gezogen – um anschließend zu begutachten, ob das Solebad die komplette Belastung durch Vereine, Schulen und öffentliche Besucher handhaben kann.

Schulz geht es um die Sicherheit der Kinder

„Ich habe Angst, dass die Kinder nicht mehr das Schwimmen lernen und die Qualität der Angebote sinkt“, sagt die erfahrene Schwimmlehrerin. „Wenn das Bad in Stockum schon steht, warum behält man es nicht für verhältnismäßig wenig Geld? Das ist ein Unding!“

In ihrer Kindheit gehörte es dazu, schwimmen zu lernen – ähnlich wie Fahrrad zu fahren. Sie glaubt, dass sich das bald ändern könnte. „Aber es geht schließlich um die Sicherheit unserer Kinder.“

Großer Kampf für Erhalt des Lehrschwimmbeckens

Mit ihrem Kampf für das Lehrschwimmbecken in Stockum ist Schulz nicht alleine. Mehr als 70 Leute demonstrierten gegen die Schließung des Lehrschwimmbeckens, die CDU setzt sich für eine Standby-Lösung ein.

Sie alle haben kurz vor den Sommerferien ein Zeichen gesetzt. Doch nun gilt es zunächst abzuwarten, wie der Testlauf im Solebad läuft – und ob das Lehrschwimmbecken aus dem Ruhestand befreit wird.

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