Lippe und Funne: Dauerregen lässt Pegel steigen

Ufer überflutet

Der Dauerregen der vergangenen Tage hat Spuren hinterlassen: Die Flüsse Lippe und Funne führen derzeit so viel Wasser wie schon lange nicht mehr mit sich. Mit mehr als zwei Metern überschritt die Lippe in Lünen ihren Mittelwert - die ersten Ufer sind überflutet. Hier gibt es die Bilder.

WERNE/LÜNEN/SELM

, 01.12.2015, 16:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Wasserstand der Lippe erreichte am Dienstagvormittag die Marke von 4,30 Meter an der Messstelle in Lünen. Die Funne überstieg ihren Jahres-Höchstwert aus dem April deutlich.

Damit hat die Lippe derzeit ihren Mittelwert von 2,45 Meter um fast 2 Meter überschritten. Der Mittelwert der vergangenen acht Wochen liegt bei rund 2,75 Meter.

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Die Lippe tritt über die Ufer

Nach dem Dauerregen der vergangenen Tage führt die Lippe - hier bei Selm - deutlich mehr Wasser mit sich. Zudem fließt das Wasser deutlich schneller als normal. In den Auen bilden sich große Pfützen. Wir haben uns mal vor Ort umgesehen.
01.12.2015
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Die Lippe sorgt durch den hohen Wasserstand für Überschwemmungen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Lippe sorgt durch den hohen Wasserstand für Überschwemmungen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Lippe sorgt durch den hohen Wasserstand für Überschwemmungen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Lippe sorgt durch den hohen Wasserstand für Überschwemmungen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Lippe sorgt durch den hohen Wasserstand für Überschwemmungen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Lippe sorgt durch den hohen Wasserstand für Überschwemmungen.© Foto: Tobias Weckenbrock
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Die Lage in Selm:

Die Ufer der Lippeauen in Bork sind schon überflutet. Einige Bäume stehen schon im Fluss, dessen Fließgeschwindigkeit derzeit höher zu sein schein als üblich - Äste treiben auf dem Wasser. In den Auen bei Altenbork sind große Pfützen zu sehen. 

Auch die Funne, die in Ondrup gemessen wird, und der Selmer Bach führen derzeit deutlich mehr Wasser. Die Funne überstieg am Dienstagmorgen den bisherigen Jahreshöchstwert von 80 Zentimetern. Am frühen Morgen um 6 Uhr erreichte der Fluss seinen Spitzenwert mit rund 108 Zentimetern. Seit 7 Uhr geht der Pegel dort wieder zurück. 

Der Niederschlag, der in den vergangenen Tagen sehr stark war, soll in den kommenden Tagen geringer ausfallen. Für Mittwoch und Donnerstag sind kaum weitere Niederschläge angekündigt.

Die Lage in Lünen:

Die Stadt hat Dienstag erste Wanderwege am Fluss gesperrt. Eine dramatische Hochwasserlage ist aber wohl nicht zu erwarten. Der Lippepegel fiel ab Mittag wieder leicht. Der mittlere Wasserstand des Flusses liegt laut Lippeverbands-Sprecher Ilias Abawi bei 2,44 Metern.

Abawi sprach dennoch von einer „relativ entspannten Lage“ in Lünen. Er verwies darauf, dass die Lippe von ihrem mittleren Hochwasserstand, der 4,84 Meter betrage, noch ein gutes Stück entfernt sei. „Solange das Wasser innerhalb der Deichbegrenzungen bleibt, ist alles gut“, so der Sprecher. Und das sei in Lünen definitiv der Fall. 

Die Stadt ließ trotzdem vorsichtshalber die ersten Spazierwege am Fluss sperren. Das betrifft laut Sprecherin Simone Kötter die Bereiche des Lipperundwegs unter der Brücke Zwolle-Allee und in Höhe der Hammer Straße, gegenüber Im Westfeld. „Wir behalten den Pegel im Blick“, betonte Kötter.

Die Lage in Werne:

Die starken Regenfälle haben auch in Werne Spuren hinterlassen. Die Lippe steht hoch in ihrem Bett. Manche Auen sind bereitsüberflutet. Dennoch ist der Sprecher des Lippeverbandes, Ilias Abawi, zu Scherzen aufgelegt: „Die Situation ist so: Der Fluss riskiert zurzeit eine dicke Lippe, ein blaues Auge ist aber nicht zu befürchten. An die Hochwassergrenze wird die Lippe in Werne nicht kommen.“ Das sei lediglich in Dorsten zu erwarten.

Dort wird die Ampel des Hochwasserinformationssystems auf Rot springen. Das bedeutet: Mitarbeiter des Lippeverbandes kontrollieren die Deiche und Brücken. In Werne bleibt das Signal auf Gelb, wie Abawi versichert. „Wir beobachten den steigenden Pegel genau, können aber dabei noch entspannt sein.“

Die Lage weiter flußabwärts:

Das tut auch der Lippeverband. „Die Berechnung für 36 Stunden geht von langsam zunehmenden Wasserständen aus“, erklärte Sprecher Abawi. Die höchsten Pegelstand erwarte der Verband in Dorsten. Ein Hochwassereinsatz sei für die Mitarbeiter bislang nicht ausgelöst worden, lediglich eine Warnmeldung für eine  Bereitschaft.

In Dorsten werde die Warnschwelle für einen Hochwassereinsatz „wahrscheinlich noch überschritten“, sage Abawi. Für Lünen gehe man momentan nicht von einem  Hochwassereinsatz aus.

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