Maskenpflicht statt Abiball: Christophorus-Gymnasium findet Kompromiss

hzSchulen in Werne

Es ist das große Ereignis am Ende einer zwölfjährigen Schullaufbahn: der Abiball. Durch Corona ist eine klassische Abifeier aber nicht möglich. Das Christophorus-Gymnasium hat eine Alternative gefunden.

Werne

, 22.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In diesem Jahr ist alles anders: Menschen gehen mit Masken einkaufen, desinfizieren sich regelmäßig die Hände und die geplanten Konzerte der Lieblingskünstler werden abgesagt. Auch für die Schüler ist dieses Schuljahr besonders. Gerade die Schüler, die in diesen Tagen ihr Abitur schreiben, haben sich ihren Schulabschluss anders vorgestellt.

Generell sind Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten. Bei kleineren Zusammenkünften ist auf die Einhaltung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen, wie das Einhalten von 1,5 Metern Abstand und das Festhalten der Sitzordnung, zu achten. Auch das St. Christophorus Gymnasium (GSC) in Werne musste sich mit diesen Auflagen auseinandersetzen.

Vorbereitungen für den Abiball waren schon abgeschlossen

Am GSC waren die Vorbereitungen für den Abiball schon fast abgeschlossen. Ein DJ war im Gespräch, ein Fotograf engagiert und ein Raum gebucht. „Da durch das Coronaschutzgesetz die Dienstleistungen nicht erbracht werden können oder dürfen, bekommen wir aber unser Geld zurück“, sagt Stufenleiter Otmar Kampert.

Ein Abiball wird dadurch finanziert, dass es Aktionen wie das Waffelbacken oder Vor-Feiern gibt, durch deren Einnahmen die Schüler ihre Kosten für den Ball decken können. Außerdem zahlt jeder Schüler im Monat einen Betrag ein. „Die Schüler haben direkt bei ihren Abiklausuren einen Überweisungsträger vorgelegt bekommen, damit sie ihren Teil des Geldes zurückerhalten“, ergänzt Kampert.

Als feststand, dass es den klassischen Abiball aufgrund der Corona-Krise in diesem Jahr nicht geben kann, steckte man am GSC die Köpfe zusammen, um zumindest eine alternative Möglichkeit für die Zeugnisvergabe zu finden.

Keine Onlineveranstaltung zum Abschluss

Es stand zunächst zur Debatte, eine Onlineveranstaltung mit Reden und einer postalischen Zustellung des Zeugnisses, zu organisieren. „Das wäre aber zu unpersönlich gewesen und hätte, glaube ich, niemandem wirklich Spaß gemacht“, sagt Kampert. Außerdem habe man überlegte, auf dem großen Sportplatz eine gemeinsame Veranstaltung für alle Schüler zu organisieren. Diese wäre unter Berücksichtigung der Hygieneanforderungen allerdings nicht durchzusetzen gewesen.

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Die letztendliche Lösung: „Wir werden mit jedem unserer sechs Leistungskurs eine einzelne kleine Veranstaltung machen. Die Schüler dürfen ihre Eltern mitbringen. Es werden die Zeugnisse überreicht und Reden gehalten“, erklärt Schulleiter Thorsten Schröer. In einem Leistungskurs sind ungefähr 14 bis 20 Schüler, die dann mit ihren Eltern in der Aula der Schule zusammenkommen.

„Beim Einlass und Ausgang müssen von allen Masken getragen werden. Vor Ort hat jeder einen zugewiesenen Tisch mit Namenskarte. Es wird festgehalten, wer wo sitzt. Das gehört alles zu der Schutzverodnung“, erklärt Kampert.

Anzug und Ballkleid trotz Ausfall des Balls

Auch für Julian Tillmann, Stufensprecher des Abschlussjahrgangs, ist das eine akzeptable Lösung: „Natürlich hat man sich das Ende seiner Schullaufbahn anders vorgestellt. Aber es gibt keine andere Option und man muss sich jetzt den Bedingungen anpassen.“

Er wolle sich dennoch für die Zeugnisvergabe schick machen und seinen Anzug anziehen. Die Mädchen in seinem Leistungskurs hätten sich auch schon abgesprochen, dass sie ihre Kleider, die sie extra für den Abiball gekauft hatten, tragen wollen. „Ich werde zusammen mit der anderen Stufensprecherin eine Rede für jeden Leistungskurs halten. Das heißt insgesamt sechsmal die gleiche Rede. Ein Video aufzunehmen war für uns keine Option. Wir wollen das persönlich machen“, so Tillmann.

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Die Option, den Abiball auf Ende des Jahres zu verschieben, wurde ebenfalls diskutiert. „Herr Kampert hat damals dazu gesagt, dass ein Abiball wie eine Hochzeit ist: Die kann man auch nicht so einfach Verschieben. Außerdem weiß man überhaupt nicht, wo wir Schüler uns in einem halben Jahr befinden. Einige wollen wegziehen zum Studieren. Da wäre es schwer, alle Leute zu einem bestimmten Termin wieder nach Werne zu kriegen“, sagt Tillmann.

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