Maskenpflicht und Kontaktverbot: Stadt stellt mehr als 100 Verstöße fest

hzCorona in Werne

Mehr als 100 Verstöße gegen das Kontaktverbot hat die Stadt Werne seit Inkrafttreten der Regelung bereits festgestellt. Die Kontrolle der Maskenpflicht stellt sie vor weitere Herausforderungen.

Werne

, 29.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An dieses Bild haben sich die Werner offensichtlich schnell gewöhnt: Auf dem Marktplatz herrscht am Dienstag (28. April) durchaus Betrieb. Es ist Markttag. An den Ständen bleibt man auf Abstand. Die Kontaktsperre gilt in Zeiten von Corona schließlich nach wie vor. Sowohl Kunden als auch Händler tragen allerdings inzwischen Masken, um andere vor einer möglichen Infektion zu schützen.

Maskierte Besucher konnte man auch bei den vorherigen Auflagen des Wochenmarkts schon beobachten. Der Unterschied ist diesmal: Jetzt müssen alle eine solche Maske tragen. Seit Montag (28. April) ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung Pflicht. Sie gilt unter anderem für den Einkauf in Geschäften sowie bei der Nutzung des ÖPNV. Und auch wenn diese Regelung nicht jedem so recht passen mag, scheint die Situation am Dienstag relativ entspannt. Obwohl - oder vielleicht gerade weil - mehrere Kontrolleure der Stadt über den Platz gehen und darauf achten, dass sich alle an die Regeln halten.

Änderungen auf dem Wochenmarkt denkbar

Wernes Krisenstabsleiter Frank Gründken hatte zuletzt im Gespräch mit unserer Redaktion bereits betont, dass er die Maskenpflicht ausdrücklich begrüße. Die neuen Regelungen erforderten allerdings auch eine Aufstockung des Kontrollpersonals. „Wir haben inzwischen 51 städtische Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen im Einsatz. Hinzu kommen noch die Kräfte des Sicherheitsdienstes und der Polizei“, so Gründken am Mittwoch (29. April).

Das Geschehen auf dem Marktplatz sei im Hinblick auf das Kontaktverbot und die Maskenpflicht allerdings noch einmal ein Sonderfall. Der Grund: Die Abstandsregelung lässt sich hier noch schwieriger einhalten als in den Geschäften. „Wir werden uns die Situation beim nächsten Markttag noch einmal genauer anschauen und dann gegebenenfalls die Stände etwas anders verteilen. Da sind wir bereits in Gesprächen mit dem Stadtmarketing“, erklärt Gründken. Die Maskenpflicht gilt an Markttagen grundsätzlich bereits beim Betreten des Platzes - auch wenn man nicht zum Einkaufen dort ist.

Maskenpflicht und Kontaktverbot: Stadt stellt mehr als 100 Verstöße fest
„Wir werden am 30. April und 1. Mai noch konsequenter durchgreifen als sonst.“
Frank Gründken

Nach den ersten Tagen der Maskenpflicht zieht der Krisenstabsleiter eine durchaus positive Bilanz. Wie auch in den vergangenen Wochen im Zuge der Kontrollen des Kontaktverbots gebe es immer mal wieder vereinzelte Fälle, bei denen man die Menschen auf ihr Fehlverhalten hinweisen müsse: „Aber insgesamt ist das alles im normalen Rahmen. Fast alle halten sich an die Pflicht.“

Seit Inkrafttreten der Kontaktsperre hat die Stadt insgesamt 128 „Erstansprachen“ bei Verstößen durchgeführt. Dabei werden die Bürger zunächst auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht und aufgeklärt. Zudem werden die Personalien der Betroffenen aufgenommen. Wer mehrfach negativ auffällt, wird zur Kasse gebeten. In 31 Fällen sind laut Gründken bislang entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden.

Coronaschutzverordnung gilt auch am Feiertag

Mit Blick auf den Feiertag (1. Mai) weist Wernes Krisenstabsleiter zudem darauf hin, dass man an diesem Tag sowie bereits am 30. April „in verstärkter Form“ unterwegs sei. Städtische Kontrolleure, Sicherheitsdienst und Polizei würden dann auch „im erweiterten Bereich der Innenstadt zu ausgeweiteten Kontrollzeiten“ im Einsatz sein.

Wenn man dann Gruppen antreffen sollte, die picknicken oder mit dem Bollerwagen durch die Gegend fahren, greife man konsequent durch. Dann bliebe es auch nicht bei ermahnenden Worten - es würde direkt ein Bußgeld fällig. „Das sollte an so einem Tag bei der aktuellen Lage allen klar sein“, so Gründken.

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