Deshalb ist Wohnen in Werne so viel teurer als in der Umgebung

hzWohnen in Werne

Wer in Werne kaufen oder gar bauen möchte, der muss ordentlich sparen. In keiner Stadt rund um Werne ist das so teuer wie hier. Doch wieso sind Lünen, Hamm und Co. so viel günstiger?

Werne

, 07.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Eines Tages mal Eigentum besitzen, keine Miete mehr zahlen und alles so machen, wie man es gerne tun möchte: Das ist der Traum vieler Menschen. Doch wer in Werne eine Immobilie kaufen oder sogar selbst bauen möchte, der muss ordentlich sparen - denn Werne ist ein teures Pflaster.

Lünen, Hamm, Selm und Co. lässt Werne beim Preis für Baugrundstücke zum Teil weit hinter sich. Auch bei Eigentumswohnungen und Reiheneigenheimen auf dem Gebrauchtwohnungsmarkt sieht das nicht anders aus. Das besagt der Preisspiegel der LBS. Die Ursachen sind vielschichtig - und nicht nur negativ.

Hohe Nachfrage, kleines Angebot

„Es gibt eine Knappheit bei uns auf dem Wohnungsmarkt“, sagt Ralf Bülte, Planungsdezernent der Stadt Werne. Aktuell besitze die Stadt keine freien Grundstücke, um darauf zu bauen.

„Es gibt keine städtischen Flächen und durch die gleichzeitig hohe Nachfrage steigt der Preis“, so Bülte. Zwischen 200 und 380 Euro müssen Interessenten für einen Quadratmeter Baugrundstück in Werne bezahlen. Das sind 20 Euro mehr als beispielsweise in Hamm und Lüdinghausen. Im Vergleich mit anderen Städten wird der Unterschied noch größer.

Das liegt laut Bülte aber nicht nur am rar gesäten Angebot - sondern auch an den Vorzügen, die Werne gegenüber anderen Städten biete. „Werne ist ein attraktiver Standort“, so Bülte.

Wer in Werne eine Wohnung bekommt, profitiere von den dezentralen Strukturen. Bedeutet: die Nähe zu Kindergärten, Supermärkten und anderen wichtigen Einrichtungen sei stets gegeben.

Werne ist teuer durch hohen Komfort

Hinzu käme auch die große Zahl an Naherholungsmöglichkeiten. Nicht zuletzt biete das wiedereröffnete Solebad einen hohen Komfort. Dinge, deren Vorzüge man ausnutzen kann, wenn man das nötige Kleingeld besitzt.

Doch nicht nur Bauen ist teuer in Werne, sondern auch bereits bestehende Reiheneigenheime oder Eigentumswohnungen zu erwerben. Auch in diesen Bereichen liegt Werne bei den Kosten ganz vorne in der Region.

50 Wohneinheiten entstehen in ganz Werne

„Uns fehlt preisgünstiger Wohnraum“, resümiert Bülte. Das gilt nicht nur fürs Kaufen von Immobilen, sondern auch für öffentlich geförderten Wohnraum. Hier arbeitet die Stadt aktuell verstärkt mit privaten Anbietern zusammen, um Angebote zu ermöglichen.

Laut Bülte entstehen über das Stadtgebiet verteilt 50 Wohneinheiten, so beispielsweise an der Beethovenstraße, an der Straße An der Tigge und an der Münsterstraße. Doch öffentlich gefördert wird nur ein kleiner Teil davon.

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Das bedeutet, dass die Mieten pro Quadratmeter nicht um die 5,50 Euro kosten, sondern schnell auch mal 8 oder 9 Euro übersteigen. Ein ordentlicher Unterschied also. Dabei steige gerade die Nachfrage nach Mietwohnung in Werne.

„Viele wollen gar keine Immobile mehr besitzen, sondern mieten und mobil bleiben“, so Bülte. Schon im März bestätigte Nina Sachs, Immobilienkauffrau vom Bauverein Werne, dass die Nachfrage nach preisgünstigen Wohnungen höher sei als das Angebot.

Bis zu zwei Jahre Wartezeit beim Bauverein

Beim Bauverein führe man zum Teil Wartelisten, denn für Wohnungen mit vier oder mehr Zimmern kann die Wartezeit sogar ein bis zwei Jahre dauern, weil der Bedarf für diese Wohnungen in Werne so groß ist.

Ein Tenor, der sich auch mit den Leser-Meinungen unseres Ortsteil-Checks deckt. „Bezahlbare Mieten wären ganz nett“ und „Schöne Stadt, aber teuer“, lauten nur einige der Anmerkungen unser Abstimmungsteilnehmer.

Die Stadt Werne ist dabei, das ihr bekannte Problem zu lösen. Doch für Suchende ist Geduld gefragt - und in den meisten Fällen ein prall gefüllter Geldbeutel.

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