Erst Sim-Jü, jetzt Mini-Sim-Jü: Die traurige Chronologie des wichtigsten Events in Werne

hzCoronavirus in Werne

Werne zwischen Hoffnung und Trauer: Nach Sim-Jü hat die Stadt nun auch die Mini-Sim-Jü-Kirmes abgesagt. Ein Blick zurück auf die wichtigsten Punkte und Entscheidungen zum wichtigsten Event des Jahres.

Werne

, 11.10.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurz bevor sich eigentlich die Karussells auf dem Hagen bei der Mini-Sim-Jü-Kirmes in Werne drehen sollten, hat die Stadt die Veranstaltung am Freitag (9. Oktober) abgesagt. Es ist die Reaktion auf die zuletzt dramatische Entwicklung der Infektionszahlen mit dem Coronavirus im Kreis Unna. Und es bildet den Höhepunkt eines traurigen Verlaufs für die wichtigste Veranstaltung des Jahres in Werne. Wir blicken zurück auf die wichtigsten Punkte und Entscheidungen rund um Sim-Jü (aktuellste Entwicklung zuerst):

  • 9. Oktober: Die Stadt Werne teilt am Morgen in einer Pressemitteilung mit, dass die Mini-Sim-Jü abgesagt wird. Aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklung im Kreis Unna kann die vom 22. bis 27. Oktober geplante „Mini-Sim-Jü“ auf dem Hagen nicht stattfinden“, erklärt Bürgermeister Lothar Christ und ergänzt: „Wir haben immer gesagt, dass wir nichts verantworten, was nicht verantwortbar ist, daher ist die Absage der Mini-Sim-Jü nur konsequent.“ Auch die verkaufsoffenen Sonntage zu Sim-Jü (25. Oktober) und dem Martinsmarkt (8. November) sowie der Martinsmarkt an sich werden ebenso abgesagt. Wie es mit dem Weihnachtsmarkt (4. bis 13. Dezember) und dem damit verbundenen verkaufsoffenen Sonntag weitergeht, hängt nun entscheidend davon ab, wie sich die Fallzahlen weiter entwickeln, heißt es weiter.
  • 7. Oktober: Im Kreis Unna wird die Inzidenzzahl von 35 pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen überschritten. Bei der Stadtratssitzung am Abend in Werne erklärt Bürgermeister Lothar Christ, dass die Zahlen im Kreis Unna sehr ernst aussähen und eine „besorgniserregende Entwicklung“ bedeuten. Vor dem Hintergrund geplanter Veranstaltungen und verkaufsoffener Sonntage sagt er: „Sobald etwas nicht mehr vertretbar ist, werden wir es nicht veranstalten. Das, was nicht den Segen des Landes oder des Kreises bekommt, werden wir nicht verantworten. Wir werden auch nichts verantworten, was nicht verantwortbar ist.“ Ordnungsdezernent Frank Gründken erklärt, dass man nicht davor zurückschrecken werde, die Mini-Sim-Jü wieder abzusagen.
  • 29. September: Verantwortliche der Stadt, Veranstalter Patrick Arens vom Schaustellerverein Rote Erde und „Mr. Sim-Jü“ und Kirmes-Experte Rainer Schulz stellen die Alternativ-Veranstaltung vor. Eine Mini-Sim-Jü soll als Kirmespark auf dem Hagen vom 22. bis 27. Oktober steigen. Mit einem umfangreichen Hygienekonzept, einer begrenzten Besucherzahl von maximal 1200 Gästen gleichzeitig und dem Ausfüllen von Kontaktlisten wollen die Verantwortlichen das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, minimieren.
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  • 26. August: Eine Sim-Jü, wie die Werner und viele Besucher aus der Region sie kennen und lieben, wird es in diesem Jahr nicht geben. Die Sim-Jü-Kirmes in der gewohnten Form und Größe wird offiziell abgesagt. Kurz vorher hatte das Land NRW mit der neuen Coronaschutz-Verordnung Großveranstaltungen wie Kirmesse nicht nur wie zuvor bis Ende August, sondern bis mindestens Ende Oktober verboten. Sim-Jü, der Simon-Juda-Markt, sollte ursprünglich vom 24. bis 27. Oktober, traditionell zum Tag der Apostel Simon und Judas am 27. Oktober, steigen. „Wir arbeiten daran, ein Format unter Corona-Bedingungen zu ermöglichen. Das Wichtigste dabei ist, den Schutz der Bevölkerung vor Infektion nicht zu vernachlässigen und unsere Kirmesfans dennoch zu erfreuen“, erklärt Bürgermeister Lothar Christ.
  • 17. April: Die Mai-Kirmes in Werne wird abgesagt. Viele Werner fragen sich gleich, ob auch das Aus der Sim-Jü-Kirmes droht. „Wir haben unser letztes Geld auf den Weihnachtsmärkten verdient. Dann gehen wir traditionell in unsere Winterpause und warten auf den Start der neuen Saison im Frühjahr. Und darauf sind wir angewiesen. Doch der Saisonstart fällt jetzt erst einmal weg“, sagt Albert Ritter, Präsident der Europäischen Schausteller-Union und des Deutschen Schaustellerbundes.
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