Mini-Sim-Jü abgesagt: „Wir haben keine andere Möglichkeit gesehen“

hzCoronavirus in Werne

Die Absage der Mini-Sim-Jü war alternativlos. „Keiner hätte damit gerechnet, dass uns die Entwicklung im Kreis so schnell einholen wird“, erklärt Ordnungsdezernent Frank Gründken. Reaktionen zum Sim-Jü-Aus.

Werne

, 09.10.2020, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

In knapp zwei Wochen sollten sich die Karussells wieder in Werne drehen. Zumindest eine Mini-Sim-Jü wollten die Verantwortlichen der Stadt Werne in Kooperation mit dem Veranstalter, dem Schaustellerverein Rote Erde, Ende Oktober in Werne ermöglichen. Vom 22. bis 27. Oktober sollte es einen Kirmespark auf dem Hagen mit maximal 1200 Besuchern gleichzeitig geben. Doch daraus wird nichts.

Aufgrund der aktuellen dramatischen Entwicklung der Corona-Zahlen im Kreis Unna hat die Stadt Werne nun auch die Kirmes in klein abgesagt. Und das war alternativlos, wie Ordnungsdezernent Frank Gründken am Freitagmorgen (9. Oktober) nach der offiziellen Absage erklärt.

Entscheidung über Sim-Jü-Aus in Werne ist am Donnerstagabend gefallen

„Wir haben immer gesagt, dass wir nur das machen, was auch vertretbar und verantwortbar ist. Aufgrund der aktuellen Entwicklung sehen wir keine Durchführbarkeit der Mini-Sim-Jü.“ Am Donnerstagabend (8. Oktober) habe man die Entscheidung „schweren Herzens“ gemeinsam mit den Schaustellern getroffen, so Gründken. Kurios: Auf der eigenen Facebook-Seite kündigt der Schaustellerverein Rote Erde die Mini-Sim-Jü noch am Freitagmorgen, 8.45 Uhr, an.

Hatten die Verantwortlichen noch am 29. September - also noch nicht mal vor zwei Wochen - die Mini-Sim-Jü angekündigt, steht nun das endgültige Aus fest. „Wir waren letzte Woche noch frohen Mutes, dass wir es hinkriegen. Aber dann gab es innerhalb von drei Tagen eine Entwicklung, die uns eingeholt hat. Dass es uns so schnell trifft im Kreis, damit hätte keiner gerechnet“, sagt Gründken.

Nachdem die entscheidende 7-Tages-Inzidenzzahl von 50 pro 100.000 Einwohnern dann im Kreis am Donnerstag (8. Oktober) erreicht worden war, musste die Stadt „eine klare Grenze ziehen“. „Und man sieht eine steigende Tendenz. Es ist zu befürchten, dass sich das ein Stück weit fortsetzen wird“, so Gründken.

„Eine besorgniserregende Entwicklung“

Auch Bürgermeister Lothar Christ hatte in dieser Woche von einer „besorgniserregenden Entwicklung“ gesprochen, die man immer weiter im Blick behalten und geplante Veranstaltungen stets davon abhängig machen müsse.

Nun hat die Stadt für die Mini-Sim-Jü die Reißleine ziehen müssen - knapp zwei Wochen vor dem Beginn der Kirmes. Mit einer Absage hätte man auch nicht weiter warten können, wie Ordnungsdezernent Frank Gründken erklärt.

Denn die Vorbereitungen hätten schon bald begonnen. Dazu zählt etwa das Einzäunen des Parkplatzes am Hagen, um die Ein- und Ausgänge und damit die Besucherzahlen zu kontrollieren. Aber auch die teilnehmenden Schausteller hätten sich schon bald auf den Weg nach Werne gemacht. Die Schausteller der größeren Fahrgeschäfte hätten schon am kommenden Mittwoch (14. Oktober) mit dem Aufbau begonnen, so Gründken. „Wir mussten ihnen jetzt absagen, ansonsten wären den Schaustellern weitere Kosten entstanden.“

Die Stadt Werne, die das Event begleiten wollte und selbst nicht Veranstalter sein sollte, hat die Absage erteilt, weil eine „ordnungsbehördliche Maßnahme“ vorliegt.

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