Lucia Schulz (81) fühlt sich äußerst unfreundlich von einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Werne behandelt. © Jörg Heckenkamp
Ärger in der Stadtverwaltung

Mit Video: 81-Jährige fühlt sich in Stadtverwaltung Werne „total angepampt“

Ein Besuch in der Stadtverwaltung Werne endete für Lucia Schulz in einem persönlichen Desaster. „Ich fühle mich total angepampt“, ärgert sich die 81-Jährige noch Tage später.

Den Vormittag des 17. Juni 2021 wird Lucia Schulz so schnell nicht vergessen. Bei einem Besuch in der Stadtverwaltung Werne wollte sie eigentlich nur eine grüne Tonne bestellen. Doch daraus wurde nichts. Der Besuch endete nach wenigen Minuten. Lucia Schulz verließ höchst empört das Foyer des Stadthauses. „So etwas ist mir noch nie passiert“, sagt sie, und: „Ich fühle mich total angepampt“.

Was ist passiert an diesem Donnerstagvormittag? Lucia Schulz und ihr Mann haben eine Immobilie in Werne. „Doch die Gartenarbeit, besonders das Umsetzen der Komposthaufen, wird uns allmählich zu viel“, erzählt sie. So überlegte sie, bei der Stadtverwaltung Werne eine große grüne Tonne für die Gartenabfälle zu bestellen.

Gesagt, getan. Am besagten Donnerstag, 17. Juni 2021, ging sie zum Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz. „Das war zu gegen 11.15 Uhr. Das weiß ich noch genau, weil ich um 12 Uhr einen Zahnarzt-Termin hatte.“ Lucia Schulz waren zu dem Zeitpunkt die aktuellen Einschränkungen beim Besuch des Stadthauses nicht bewusst. Sie setzte ihre Maske auf und ging auf die Eingangstür zu. „Da kam gerade eine Frau heraus, und so bin ich einfach hineingegangen.“

Sie habe sich dann ordnungsgemäß an den Laufrichtungspfeilen orientiert, sei zum Empfangsschalter gegangen und habe freundlich „Guten Morgen, ich möchte gerne eine grüne Tonne bestellen“ gesagt. Statt den Gruß zu erwidern, habe die Mitarbeiterin hinter dem Empfangstresen im barschen Ton gefragt. „Wie sind Sie hier reingekommen?“

„Komme mir vor wie der letzte Bittsteller“

Lucia Schulz erklärte, dass die Tür auf gewesen sei. „Dann fragte sie mich genauso unfreundlich, ob wir Hausbesitzer seien“. Als sie das bejahte, sei der Hinweis gekommen, dass so ein Anliegen nur mit Termin möglich sei. Die Unterhaltung ging in dem Ton hin und her. „Ich kam mir vor wie der letzte Bittsteller“, ärgert sich Lucia Schulz noch Tage nach dem unerfreulichen Vorfall. Schließlich zog sie unverrichteter Dinge wieder ab.

„Es tut mir sehr leid, wenn sich Bürger von uns falsch behandelt fühlen“, sagt der zuständige Dezernent Frank Gründken auf Anfrage der Redaktion. So etwas dürfe grundsätzlich nicht sein. Allerdings könne er nicht mehr genau rekonstruieren, auf wen Lucia Schulz getroffen ist, da das Stadthaus in der besagten Woche wegen einer Computer-Umstellung geschlossen hatte.

Allerdings verweist Gründken auch auf die aktuelle hohe Belastung der Mitarbeiter. Bedingt durch die Lockerungen und die Ferienzeit komme es zu vielen Anfragen, etwa wegen Pass-Verlängerungen und dadurch zu längeren Wartezeiten. Gründken: „Da müssen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bisweilen schon einiges anhören.“

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