Peter und Elfi Bahr aus Lünen halten den Tierquälerei-Skandal bei Mecke für einen Skandal, egal, ob der Chef es gewusst hat oder nicht. © Eva-Maria Spiller
Tierquälerei-Skandal in Werne

Mit Video: Nachbar von Mecke in Werne sagt: „Er muss es gewusst haben“

Der Mecke-Tierquäler-Skandal löst in Werne großes Entsetzen aus. Er ist seit Tagen Gesprächsthema Nr. 1 in der Lippestadt. Wir haben am Freitag die Besucher des Wochenmarktes interviewt.

„Ich konnte mir die Bilder gar nicht anschauen.“ „Das ist alles so unfassbar.“ „Der kann doch jetzt einpacken.“ Das sind nur einige der vielen Kommentare, die wir in den vergangenen Tagen gehört haben. Ähnlich reagierten die Menschen, die wir am Freitagvormittag auf dem Wochenmarkt befragt haben.

Einige Besucher von außerhalb gaben an, noch nichts von dem Mecke-Tierquälerei-Skandal gehört zu haben. Doch diejenigen, die das Thema kennen, reagierten durchweg entsetzt auf die Bilder der prügelnden Mecke-Mitarbeiter. Keiner will noch bei der alteingesessenen Fleischerei einkaufen, die durch das Angebot von Pferdefleisch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

„Da konnte man heulen“

Heike Lückmann (60), die noch nicht so lange in Werne wohnt, kennt das Fleischerfachgeschäft Mecke und hat dort auch schon eingekauft. Zu den Bildern von brutalen Misshandlungen entkräfteter und kranker Tiere sagt sie: „Ich konnte die Bilder gar nicht sehen, da konnte man heulen.“ Sie überlege, ob sie überhaupt noch Fleisch essen will.

Die meisten der Befragten können sich kaum vorstellen, dass Firmeninhaber Marko Mecke nichts von den Vorgängen in seiner Viehsammelstelle gewusst habe. Peter Bahr (73) aus Lünen sagt, dass es auf jeden Fall ein Skandal sei, „ob er es gewusst hat oder nicht.“ Rainer Schütze (82) erinnert sich an einen Besuch mit dem Männerverein bei Mecke. „Damals hat man davon nichts gesehen. Es gab da nur ältere Pferde, die dort ihr Gnadenbrot bekamen, die sahen eigentliche alle gut aus.“

Herbert Gabriel kennt die Familie Mecke von klein auf. Er kann sich nicht vorstellen, dass der Firmenchef von der skandalösen Vorgängen nichts gewusst hat. © Eva-Maria Spiller © Eva-Maria Spiller

Zu den schockierten Bürgerinnen und Bürgern gehört auch Herbert Gabriel. Der 77-Jährige sagt im Interview, dass er die Familie Mecke kenne, „seitdem ich so war“ und zeigt dabei auf Höhe seiner Hüfte. Der Nachbar kennt den heutigen Firmenchef Marko Mecke von klein auf und sei dort immer Kunde gewesen. Aber was jetzt ans Tageslicht gekommen ist, sei „eine Sauerei, ich kann‘s heute noch nicht begreifen.“

Auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, dass Marko Mecke von den schweren Verletzungen gegen das Tierschutzgesetz in seiner eigenen Viehsammelstelle nicht gewusst hat, meint er: „Das ist doch sein Laden, er muss doch wissen, was sich dort abspielt.“ Herbert Gabriel holt Luft, denkt kurz nach und sagt: „Er muss es gewusst haben.“

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Redaktion Werne
Jeden Tag Menschen hautnah - nichts ist spannender als der Job eines Lokalredakteurs. Deshalb möchte ich nichts anderes machen - seit mehr als 35 Jahren.
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Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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