Nach Kunden-Ausraster: Werner rühmen eigene Verstöße gegen Maskenpflicht

hzVerstoß gegen Maskenpflicht

In einer Werner Facebook-Gruppe rühmt sich eine Frau damit, beim Einkaufen nie eine Maske zu tragen. Eine weitere Person schließt sich an. Dann hagelt es ordentlich Kritik.

Werne

, 15.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich ging es bei einem Facebook-Post, den ein Werner am Freitagmorgen in einer öffentlichen Werner Gruppe absetzte, um ein ganz anderen Fall. Nämlich darum, wie er beobachtet hatte, wie ein Kunde ein Werner Geschäft am Donnerstag offenbar absichtlich ohne Maske betrat und bei dem Hinweis einer Kundin darauf ausrastete, die Frau beleidigte und seine Waren durch das Geschäft schmiss.

Daraufhin startete eine Diskussion unter dem Beitrag, in dessen Verlauf es zunächst noch um die Sache an sich ging. „Wenn er damit nicht einverstanden ist eine Maske zu tragen, dann sollte er ganz zuhause bleiben. Ich befürworte auch nicht alles, aber dies ist einfach ein Muss und beleidigen sollte man schon mal garnicht“, schrieb ein Nutzer dazu.

„Hahaha ich war auch gestern ohne einkaufen“

Doch im weiteren Verlauf der Diskussion bekannte sich dann eine Frau öffentlich dazu, nie mit Maske einkaufen zu gehen. „Hahahaha ich war auch gestern ohne einkaufen. Immer eigentlich die letzten Tag[e]. Wenn ihr eure tragt, seid ja sicher. Wer Angst hat soll halt zuhause bleiben und sich seine Sachen bringen lassen“, schreibt sie. Doch sie ist nicht die Einzige: eine weitere Facebook-Nutzerin rühmt sich im Diskussionsverlauf ebenfalls damit, ohne Maske einkaufen gegangen zu sein.

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Daraufhin hagelt es viel Kritik von anderen Mitgliedern der Gruppe: „Wirklich erbärmlich, wie man sich nicht an eine einfache Regel halten kann/will. Falls du dich wegen einer Maske in deiner Freiheit so sehr eingeschränkt fühlst, empfehle ich einen Urlaub in Nordkorea. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Soll schön dort sein.“ Eine weitere Nutzerin fragt die Frau, wie sie sich sicher sein könne, nicht selber krank zu sein und nicht unwissentlich andere zu infizieren.

Zuvor hatte die Maskenpflicht-Verweigererin das Verhalten des ausgerasteten Kunden in dem Werner Geschäft relativiert: „Beleidigen geht nicht das stimmt. Dennoch wenn er die nicht tragen will, dann ist das so. Alle die Angst haben sollten dann zuhause bleiben wenn sie meinen, ihr Mundschutz selbst reicht nicht aus“, schreibt sie in den Kommentaren.

Polizei rät Bürgern, Abstand von Verweigerern zu halten

Bernd Pentrop, Pressesprecher der Polizei in Unna, appelliert in derartigen Fällen an die Vernunft der Bürger. Die einzige Konsequenz, die es bei jemandem der gegen die Maskenpflicht verstößt, geben kann, ist dass der Ladeninhaber Gebrauch von seinem Hausrecht macht, so der Beamte. Dieses durchzusetzen, sei in derartigen Fällen das einzige, wobei die Polizei die Inhaber unterstützen könne. „Wenn man auf jemanden trifft, der die Maskenpflicht nicht einhält, rate ich allen anderen, Abstand zu halten“, so Pentrop.

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Für Verstöße gegen die Maskenpflicht sind vorrangig die Kommunen, in diesem Fall also die Stadt Werne, zuständig. Die war nach eigenen Angaben bisher mit Bußgeldern beim Verstößen gegen die Maskenpflicht zurückhaltend, würde aber mit 50 Euro bei Erstvergehen beginnen.

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