Nach Schausteller-Klau: So läuft es hinter den Kulissen beim Sim-Jü-Konkurrenten aus Bremen

hzSim-Jü 2019

Das Fahrgeschäft Infinity sollte einer der Hingucker bei Sim-Jü werden. Trotz Vertrages grätschte der Bremer Freimarkt dazwischen. Das sei nun mal das Risiko im Geschäft, heißt es aus Bremen.

Werne

, 15.09.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon im Januar war alles geklärt für Sim-Jü: Die Auswahl für die Karussells war getroffen und die Verträge mit den Schaustellern waren unterschrieben.

Doch aus dem Nichts machte Infinity-Besitzer Jupp Hoefnagels einen Rückzieher. Er hatte kurzfristig ein Angebot des Bremer Freimarkts auf dem Tisch liegen - und wollte lieber dorthin. Bremen statt Werne. Doch wie passiert so etwas überhaupt?

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„Uns ist im Normalfall nicht bekannt, ob Schausteller einer anderen Veranstaltung bereits zugesagt haben oder vielleicht einer anderen auf Grund einer Bremer Zusage absagen“, sagt Kai Stührenberg, Pressesprecher der Stadt Bremen auf Anfrage.

Zwischen den Zeilen wird deutlich: Absagen der Schausteller bei anderen Veranstaltungen nimmt man in Bremen in Kauf - schließlich wisse man nichts davon.

Stadt Bremen: Risiko besteht für Veranstalter bis zuletzt

„Das Risiko, dass ein Schausteller seine Bewerbung zurückzieht, besteht bis zuletzt für alle Veranstalter“, sagt Stührenberg. „Schaustellerbetriebe sind wirtschaftliche Betriebe, die sich natürlich an der Wirtschaftlichkeit von Veranstaltungen orientieren.“ Genau dort liegt der große Vorteil des Bremer Freimarkts.

17 Tage Kirmes gibt es dort statt bloß 4 in Werne. Das bedeutet weniger Fahrtkosten sowie nur einmalige Strom- und Platzkosten. Schließlich müsste man sonst mehr Veranstaltungen in diesem Zeitraum besuchen. Was trotzdem dazu führt, dass Schausteller erst zu- und dann absagen, sind die unterschiedlichen Zeitpläne der Veranstaltungen.

So unterscheiden sich die Zeitpläne von Sim-Jü und Freimarkt

Ist in Werne bereits im Januar alles unter Dach und Fach, findet zu diesem Zeitpunkt in Bremen gerade einmal die Vorauswahl der Schausteller statt. Bis zum 30. November haben Interessierte Zeit, um sich schriftlich zu bewerben.

Eine Zu- oder Absage gibt es aber erst etwa zwölf Wochen vor Freimarkt-Beginn - also Mitte Juli. Die Zeitpläne sind im Vergleich zu Sim-Jü ein halbes Jahr nach hinten verschoben. Klar also, dass die Schausteller auf Nummer sicher gehen und erst einmal zusagen - obwohl sie noch auf andere Rummel spekulieren.

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Genau so lief es auch bei Jupp Hoefnagels ab, der zunächst für Sim-Jü zusagte und dann eine Zusage für den Freimarkt erhielt. „Wenn ich sofort ablehne und keine andere Zusage bekomme, dann stehe ich da“, sagt Hoefnagels. „Die Ausfälle bekomme ich nie wieder rein.“

Die kurzfristige Infinity-Absage bedeutete für die Stadt Werne zwar mehr Arbeit, stellte sie aber auch vor keine unlösbare Aufgabe. Mit dem „Fighter“ von Bruch hat man einen vergleichbaren Ersatz gewinnen können. „Wir sind wirklich froh über unsere Neuverpflichtung“, so Marktmeister Jürgen Menke.

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