Ingo Naujoks, Sven Martinek und Katharina Abt liefern sich Schlagabtausch der Argumente

Theaterstück „Trennung frei Haus“

Im Kolpingsaal präsentierte das Ensemble der Komödie im Bayerischen Hof München mit „Trennung frei Haus“ eine Kommödie um eine spezielle Agentur – inklusive schauspielerischer Topleistung.

Werne

, 20.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Ingo Naujoks, Sven Martinek und Katharina Abt liefern sich Schlagabtausch der Argumente

Nach dem Auftreten ihres Exfreundes Eric, dem die Agentur gehört, gerät Pauline zwischen die Fronten. © Elvira Meisel-Kemper

Agenturen, die Partnerschaften schmieden, sind schon seit vielen Jahren gängige Praxis. Die Agentur „Trennung frei Haus“ ist dagegen eine Erfindung des französischen Autors Tristan Petitgirad. Das Ensemble der Komödie im Bayerischen Hof in München brachte das Stück als Komödie auf die Bühne des Kolpingsaales in Werne. Schwungvoll, humorvoll und mit treffsicheren Dialogen fand das Publikum sehr schnell Gefallen an dieser speziellen Agentur, deren Kunden Marc Aixéhoppe (Ingo Naujoks) als Betreiber und einzigem Mitarbeiter losschickten, um in ihrem Auftrag eine Beziehung zu beenden.

Marc, der eigentlich Eric hieß, besorgte für den jüngsten Auftrag einen Strauß Blumen und klingelte bei Pauline (Katharina Abt), die von Hyppolite (Sven Martinek) verlassen werde sollte. Eric staunte nicht schlecht, als er in dieser Frau seine Ex-Freundin wiedererkannte, die ihn vor sieben Jahren verlassen hatte.

Ein amüsantes Lügengebäude

Typisch für eine Komödie, bauten sich beide im Laufe der Komödie ein amüsantes Lügengebäude auf, warum Eric vor ihrer Tür stand und wie er sie gefunden habe. Als dann noch Hyppolite auftauchte, der reumütig diesen Auftrag verhindern wollte, wurden die Märchen um das zufällige Treffen von Eric und Pauline ausgeschmückt. Pauline stellte Eric als Julian vor, den sie seit 12 Jahren kenne und den sie zufällig beim Einkaufen wiedergetroffen habe.

Ingo Naujoks, Sven Martinek und Katharina Abt liefern sich Schlagabtausch der Argumente

Ingo Naujoks in der Rolle des Eric und Katharina Abt als Pauline. © Elvira Meisel-Kemper

Doch dann stiegen die Spannungskurve und auch der spritzige Schlagabtausch untereinander. Hyppolite ging vor lauter Eifersucht Julian oder besser Eric an den Kragen. Er quetschte Eric aus, warum er hier sei, während Eric den Antworten mit einer Gegenfrage auswich. Es entwickelte sich eine lebendige Diskussion, in der Eric dem neuen Partner seiner Ex-Freundin Fantasiegeschichten über Pauline auftischte.

Als sich herausstellte, dass Eric der gewisse Marc Aixéhoppe sei, und dass Hyppolite schon einmal vor einem halben Jahr Kunde seiner Agentur gewesen sei, griff Eric in den Heiratsantrag von Hyppolite an Pauline ein, verhinderte ihn und brachte damit Hyppolite und Pauline zur Verzweiflung.

Ingo Naujoks, Sven Martinek und Katharina Abt liefern sich Schlagabtausch der Argumente

Sven Martinek als Hyppolite und Katharina Abt als Pauline. © Elvira Meisel-Kemper

Kein Happy-End für Eric

Die Kulisse dazu war spartanisch, aber bestens geeignet für diesen herrlichen Schlagabtausch der Argumente für und gegen die Beziehung zwischen Pauline und Hyppolite. Naujoks mimte mit Bravour den schlagfertigen Eric, der Stück für Stück die sogenannte Liebe von Hyppolite, einem Mann aus der Werbebranche, mit Worten sezierte und ad absurdum führte. Pauline erinnerte sich dank der Seitenhiebe von Eric an die frühere Beziehung zwischen ihr und Eric.

Am Ende zogen Eric und Pauline zusammen, bis mit dem letzten Bühnenlicht eine junge Frau vor der Tür stand, die im Auftrag von Pauline die „Trennung frei Haus“ verkündete. Herzlich und hoch amüsiert belohnte der Schlussapplaus aus dem vollbesetzten Saal die Schauspieler für diese Meisterleistung.

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