Der neue Kreisverkehr ist ein Segen für Werne - bis auf eine Ausnahme

hzKolumne Klare Kante

Auf viele Bauprojekte lässt sich durchaus ein kritischer Blick werfen. Das wäre beim neuen Kreisverkehr an der Münsterstraße/Ecke Burgstraße völlig fehl am Platz. Bis auf eine Ausnahme.

Werne

, 16.07.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreisverkehr an der Münsterstraße/Ecke Burgstraße geht allmählich seiner Vollendung entgegen. Schon sei zwei Wochen können ihn die Autos auf der Münsterstraße nutzen. Danach kam die wiedereröffnete Verbindung zum Becklohhof dazu.

Nun nutzen bereits Fußgänger und Radfahrer den Kreisel, auch wenn die Markierungen noch fehlen. Mittlerweile ist auch der Anschluss des Fußweges über die Hornebrücke zum parallel zur Horne verlaufenden Spazierweg wieder geschaffen. Selbst der Sockel für die Figur des Heiligen Nepomuks steht fix und fertig parat. Es läuft im Kreisverkehr.

Kreisel bremst den Verkehr stark ab

Dieses Verkehrs-Bauwerk ist aus verschiedenen Gründen ein Segen für Werne.

Das Hauptargument: Der Kreisel ist ein stark bremsendes Element auf der viel befahrenen Münsterstraße, ehemals Bundesstraße 54. Nicht nur wegen der Tempo-30-Zone in unmittelbarer Nähe. Sondern auch wegen der bremsenden Wirkung einer Einfahrt in den Rundling an sich.

Genau das ist gewollt. Denn im Zuge des Projektes zur Aufwertung des Horne-Grünzuges („Werne neu verknüpft“) soll der stadtnahe Wasserlauf für Fußgänger und Fahrradfahrer deutlich erlebbarer werden. Eine viel befahrene Bundesstraße in unmittelbarer Nähe trüge nicht gerade zur Aufenthaltsqualität bei.

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In einem Kraftakt ist es der Stadt Werne daher vor einigen Jahren gelungen, die Bundesstraße im Werner Stadtgebiet auf den Status einer kommunalen Straße herunterzustufen. Das eröffnet deutlich mehr Möglichkeiten, den Verkehr zu verlagern, zu bremsen, die Fahrbahn zurückzubauen, etc. Ein erster Baustein zur Verkehrsberuhigung auf der Münsterstraße: der Bau des Kreisverkehres.

Weiterer Pluspunkt des Neubaus: Die Anwohner des westlichen Teilstückes des Becklohhofes dürften morgens und mittags/nachmittags deutlich weniger Verkehr vor ihrer Haustür wahrnehmen. Denn die Lehrer und Schüler des Berufskolleges können nun direkt vom Kreisverkehr Münsterstraße in den Becklohhof einbiegen, um auf den Schulparkplatz zu gelangen. Die Entlastung dürfte auch auf Selmer -, Jüngst- und Tenhaagenstraße spürbar sein.

Bauwerk öffnet eine historische Wegeverbindung

Historisch interessierte Werner freut überdies, dass mit der Öffnung zum Becklohhof eine alte Wegeverbindung aus der Werner Innenstadt Richtung Windmühlenberg reaktiviert wurde.

Aber kein Sonnenschein ohne Schatten: Der nördliche Teil des Becklohhofe, der in Höhe der Seniorenanlage St. Katharina auf den Fürstenhof mündet, dürfte durch die direkte Anbindung an die Münsterstraße im Moment deutlich mehr Verkehr spüren als bisher.

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