Passionskonzert nahm Vorgriff auf Ostern

Konzert

Das Passionskonzert „Ubi Caritas“ in der St.-Christophorus-Kirche mit dem Detmolder Vokalensemble und Hans-Joachim Wensing an der Orgel stimmte das begeisterte Publikum auf Ostern ein.

Werne

, 25.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Passionskonzert nahm Vorgriff auf Ostern

Das Detmolder Vokal-Ensemble unter der Leitung von Andrea Schwager war zu Gast in Werne. © Meisel-Kemper

Mit dem lateinischen Text „Ubi caritas et amor, Deus ibi est“ (Wo Güte ist und Liebe, da ist Gott) war das Detmolder Vokalensemble bei seinem Konzert zur Passionszeit in der katholischen Pfarrkirche St. Christophorus in Werne der vorösterlichen Zeit ein paar Tage voraus. Dieser Text gehört seit über 1000 Jahren zur Liturgie am Gründonnerstag. Dennoch machte das Vokalensemble diesen Text zum Titel und damit zum Leitfaden seines stimmungsvollen Programms, dem zahlreiche Besucher letztlich begeistert lauschten.

Der Skandinavier Ola Gjeilo schrieb dazu erst in den letzten Jahren eine berührende Komposition, die der Chor an den Anfang stellte. Lateinische Texte sind nie leicht zu singen, schon gar nicht in mehrstimmiger Form, wie es das Vokalensemble aus Detmold buchstäblich zelebrierte. Erinnerungen an klassische Choräle wurden wach, aber auch an Filmmusiken, eine Branche, in der Gjeillo mittlerweile erfolgreich unterwegs ist.

Rückgriff auf die Musikgeschichte der Renaissance

Einige Jahre früher hatte der Franzose Maurice Duruflé bereits diesen liturgischen Text vertont, der zur Inspirationsquelle für Gjeilos Version wurde. Duruflés Anklänge an den gregorianischen Gesang waren unverkennbar. Der Chor hob dies in klarer Ausgewogenheit zwischen Stimmen der Frauen und der Männer hervor.

Weit zurück in die Musikgeschichte der Renaissance griff der Chor mit den Kompositionen „Hei mihi Domine „ (Wehe mir, Herr) und „O vos omnes“ (Oh ihr alle) aus der Feder von Carlo Gesualdo. Er verarbeitete darin seine eigene Schuld und Trauer über seinen Mord an seiner Frau und deren Geliebten. Angepasst an das höfisch-elitäre Publikum baute er in seine Musik chromatische Klänge und Sprünge in andere Tonarten ein, die sich an dem reuevollen Text orientierten. Hans-Joachim Wensing begleitete dieses ergreifende Werk an der Orgel.

Orgel begleitete mit umfassenden Klangspektrum

Neben dem Gesang nahm auch die reine Orgel-Interpretation durch Wensing großen Raum ein in dem Konzert. Von Nicolas de Grigny interpretierte Wensing das „Ave Maris Stella“. Später von Johann Sebastian Bach „O Mensch bewein dein Sünde groß“, von Olivier Messiaen „Jesus accepte la souffrance“ und eine weitere Vertonung des „Ubi caritas“ durch Robert Jones aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Zu dem mehrstimmigen Gesang des Detmolder Vokalensembles waren die Orgelklänge von Wensing eine fantastische Ergänzung. Immer wieder überzeugte Hans-Joachim Wensing mit Verschnörkelungen in der Musik und durch die volle Ausnutzung des umfassenden Klang-Spektrums dieser Orgel.

Auch dafür bedankte sich das Publikum am Ende mit stehenden Ovationen. Chorleiterin Schwager wurde zusätzlich vom Vorstand der Gesellschaft „Musica sacra Westfalica“ als Veranstalter des Passionskonzerts mit einem Blumenstrauß belohnt.

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