Polizeibeamte bei Unfallaufnahme bewusst angehustet: „Ich habe Corona!“, sagt der betrunkene Fahrer

Zwischenfall mit Polizeibeamten

Zu einem respektlosen Zwischenfall kam es am Donnerstag bei der Aufnahme eines Unfalls. Dabei hustete der Unfallverursacher die Beamten gezielt an und sagte, er habe sich mit Corona infiziert.

Werne

, 10.04.2020, 12:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Respektloses Verhalten: Polizeibeamten wurden bei einer Unfallaufnahme von einem alkoholisierten Werner (54) gezielt angehustet.

Respektloses Verhalten: Polizeibeamten wurden bei einer Unfallaufnahme von einem alkoholisierten Werner (54) gezielt angehustet. © picture alliance/dpa

Gerade noch hatte die Polizei das vorbildliche Verhalten der Werner Bürger zum Kontaktverbot in der Corona-Krise gelobt. Doch alles andere als vorbildlich ist das respektlose Verhalten eines 54-Jährigen. Der alkoholisierte Mann aus Werne hatte Polizeibeamte am Donnerstagmorgen, 9. April, gezielt angehustet.

Die Polizeibeamten wollten gegen 9 Uhr gerade den Unfall aufnehmen, da reagierte der Werner unmöglich. Der Werner, der den Unfall auf der Varnhöveler Straße selbst verursacht hatte, teilte den Einsatzkräften mit, dass er sich durch das Coronavirus infiziert habe. Dabei hustete er mehrfach demonstrativ in Richtung der Beamten, worauf diese unmittelbar Schutzmasken und Einweghandschuhe anlegten, teilte die Polizei des Kreises Unna am Freitagmorgen mit.

Corona-Infektion nicht bestätigt

Aufgrund des Verkehrsverstoßes wurde dem Fahrzeugführer, unter Beachtung der erforderlichen Schutzbestimmungen, in den Räumen der Wache Werne eine Blutprobe entnommen und der Führerschein sichergestellt. Die Behauptung des 54-Jährigen, mit Corona infiziert zu sein, war lediglich eine Schutzbehauptung. Es liegen keine Hinweise auf eine Corona-Infektion vor.

Gegen den 54-jährigen Werner wurden Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Ein ähnlicher Fall trug sich in Schwerte zu, als eine 36-Jährige Polizeibeamte nach einer Meldung über Ruhestörung anspuckte.

„An Respektlosigkeit nicht zu überbieten“

„Unsere Einsatzkräfte verdienen besonders in der aktuellen Situation, in der sie Großes leisten, großen Respekt - und diese beiden Fälle aus Werne und Schwerte sind an Respektlosigkeit nicht zu überbieten. Vorzutäuschen, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, die Kolleginnen und Kollegen gezielt anzuhusten und sie glauben zu lassen, sich nun mit dieser potenziell lebensgefährlichen Krankheit angesteckt zu haben, nur um die rechtlichen Folgen ihrer Taten zu verhindern, ist ein schändliches und widerliches Verhalten. Das ist kein Dummejungenstreich, das ist kein Spaß“, betont Landrat Michael Makiolla, Leiter der Kreispolizeibehörde Unna.

Die Kreispolizeibehörde Unna verfügt für sämtliche Fahrzeuge und Beamten ausreichend Schutzausrüstung, falls Einsätze in Zusammenhang mit Corona anstehen.

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