Prozess gegen Werner Geschäftsmann wird wieder aufgerollt

Brandstiftung

WERNE Der Brandstifterprozess gegen einen bekannten Werner Geschäftsmann wird zumindest in Teilen wieder aufgerollt. Das kündigte Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel am Dienstag auf Anfrage an. Der Bundesgerichtshof folgte dem Revisionsantrag der Staatsanwalt. Die war vor einem Jahr nicht zufrieden mit dem Bewährungsurteil gegen den Werner Geschäftsmann.

von Von Rudolf Zicke

, 08.07.2009, 07:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Angaben Dr. Holznagels zufolge ist der Bundesgerichtshof (BGH) dem Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft, die mit dem vor ziemlich genau einem Jahr gefällten Urteil nicht einverstanden war, gefolgt und hat die Wiederaufnahme angeordnet. Der Geschäftsmann war im Juni 2008 vom Landgericht "nur" zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Staatsanwalschaft hatte drei Jahre gefordert.Obdachloser zündete Westmauer 19 an

Den Angaben Dr. Holznagels zufolge ist der Bundesgerichtshof (BGH) dem Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft, die mit dem vor ziemlich genau einem Jahr gefällten Urteil nicht einverstanden war, gefolgt und hat die Wiederaufnahme angeordnet. Der Geschäftsmann war im Juni 2008 vom Landgericht "nur" zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Staatsanwalschaft hatte drei Jahre gefordert.Obdachloser zündete Westmauer 19 an

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 53-Jährige 2003 einen Hilfsarbeiter mit der Suche nach einem Brandstifter für sein unter Denkmalschutz stehendes Haus Westmauer 19 beauftragt hatte - mit Erfolg: Ein Obdachloser zündete das Gebäude an, das am 8. August 2003 bis auf die Grundmauern niederbrannte."Lästiges Denkmal" los geworden

Der Geschäftsmann war das "lästige" Denkmal los und kassierte zudem von der Gebäudeversicherung rund 68 000 Euro. Der Auftraggeber, der fast drei Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte, musste nicht erneut ins Gefängnis. Denn: Mit seinem Eigentum, lautete die Begründung, dürfe man grundsätzlich machen, was man wolle; so war für das Strafmaß vor allem der Betrug an der Versicherung ausschlaggebend.

Neue Verhandlung wegen "Formfehlers"

In seinem Urteil hat das Gericht nicht den Vorwurf der Staatsanwaltschaft berücksichtigt, der Kaufmann sei als Anstifter auch für das verheerende Feuer in einem Backshop an der Lünener Straße im Februar 2006 verantwortlich gewesen.

Vom Gericht, erklärte Dr. Ina Holznagel den für juristische Laien recht komplizierten Sachverhalt, sei festgestellt worden, dass der Geschäftsmann jemanden angesprochen habe, um eine dritte Person zum Legen eines Feuers zu bewegen. Damit könne man dem Beschuldigten zwar Anstiftung zur Anstiftung - eine so genannte Kettenanstiftung -, aber keine Anstiftung vorwerfen. Wegen dieses "Formfehlers" sei dieser Anklagepunkt bei dem Urteil nicht berücksichtigt worden. Die Entscheidung des Landgerichts war nach Ansicht des BGH aber offensichtlich nicht korrekt, daher muss die Backshop-Brandstiftung neu verhandelt werden.

Verschärfung der Strafe denkbar

"Was am Ende dabei herauskommt, ist völlig offen", mag Dr. Holznagel nicht spekulieren. Denkbar sei, dass die Strafe tatsächlich verschärft, die Bewährung aufgehoben werde. Denkbar sei aber auch, dass beim Strafmaß alles beim Alten bleibe. Ein Termin für die Verhandlung wurde noch nicht festgelegt.

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