Prozess um tödlichen A1-Unfall bei Werne dauert an

An Heiligabend 2014

Der Prozess um den tödlichen Verkehrsunfall auf der A1 nahe der Abfahrt Hamm-Bockum/ Werne wird das Lüner Amtsgericht deutlich länger beschäftigen als zunächst geplant. Am Montag wurden weitere Verhandlungstage bis zum 4. Juli festgelegt. Ein Sachverständiger hat derweil eine klare Ansage zum Unfallhergang gemacht.

WERNE

23.05.2016, 15:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwerer Unfall auf der A1 bei Werne.

Schwerer Unfall auf der A1 bei Werne.

Beide Angeklagte, die mit ihren Autos am Heiligabend 2014 zusammengestoßen waren, fühlen sich unschuldig am Tod eines 31-jährigen Mannes. Dieser war zuvor mit seinem Fahrzeug auf dem Seitenstreifen liegen geblieben und verfolgte gerade die Bergung seines Autos durch einen Abschlepper, als er von den kollidierenden Wagen der Angeklagten getroffen und tödlich verletzt wurde.

Defensivere Fahrweise hätte möglicherweise den Unfall verhindert

Vor allem der 50-jährige BMW-Fahrer, der damals auf der linken Spur fuhr und mit hohem Tempo in den Wagen eines 71-jährigen Rentners krachte, kämpft mit allen Mitteln gegen eine Verurteilung. Er war mit dem 71-Jährigen kollidiert, der wegen des Abschleppers urplötzlich auf die linke Spur wechselte.

Ein Unfall-Sachverständiger blieb aber auch am Montag dabei: „Das Geschehen wäre für ihn bei defensiver Fahrweise und Einhalten der Richtgeschwindigkeit vermeidbar gewesen.“ Tatsächlich zeigte der Tacho des BMW wohl mindestens 200 Stundenkilometer an, als der Rentner seinen verhängnisvollen Spurwechsel vornahm.

BMW-Fahrer wirft Rentner Fahruntauglichkeit vor

Mutmaßungen des BMW-Fahrers, der Rentner sei möglicherweise nachtblind oder anderweitig gesundheitlich eingeschränkt, will das Gericht übrigens nicht nachgehen. „Dafür gibt es überhaupt keine Anhaltspunkte“, hieß es am Montag. Der Prozess wird fortgesetzt.

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