Radstationen fehlen die Fahrräder

WERNE Die Bürger der Lippestadt gelten als begeisterte Radler - doch die Fahrradstationen in der Roggenmarkt-Tiefgarage und am Bahnhof lassen sie offensichtlich links liegen. Beide Einrichtungen klagen über eine zu geringe Auslastung.

von Von Rudolf Zicke

, 04.01.2008, 14:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Radstationen fehlen die Fahrräder

Leer bleiben viele Fahrradständer in der Fahrradstation der Awo.

Das hat jetzt Konsequenzen: Das Perthes-Werk hat in Absprache mit der ARGE, die den Großteil des Personals stellt, die Zahl der Mitarbeiter in der Radstation am Bahnhof gesenkt.

Dort kümmern sich seit Jahresbeginn "nur" noch zwölf Mitarbeiter und zwei Anleiter um die dort abgegebenen Räder, zuvor waren es acht mehr. "Das ist ein ganz normaler Vorgang", so die Verbundleiterin der Sozial-Werkstätten des Perthes-Werkes, Sabine Riddermann. Die Verträge für die bisherigen Mitarbeiter seien ausgelaufen; deshalb habe sie mit der ARGE gemeinsam überlegt, wie viele "Neue" sinnvollerweise in der Station beschäftigt werden sollten.

Geringe Auslastung

Dabei habe natürlich eine Rolle gespielt, wie die Radstation von der Bürgern genutzt werde - "leider nicht besonders gut", so Riddermann. In den derzeitigen Weihnachtsferien liege die Auslastung der knapp 140 Fahrrad-Stellplätze lediglich bei 18 Prozent, sonst aber auch nur bei 23 bis 24 Prozent.

"Unser Konzept sah ein 100-prozentige Auslastung vor", sagt Riddermann, auf dieser Basis habe man die Kalkulation aufgestellt: "Für uns stellt sich jetzt die Frage, wie wir die laufenden Kosten z.B. für Heizung, Strom und Wasser decken können."

Warum wird die Radstation am Bahnhof bislang so wenig akzeptiert? Hier hat Sabine Riddermann eine Vermutung: "Ich denke, die unmittelbare Nähe der Polizeiwache gibt den Leuten ein Gefühl der Sicherheit." Doch vor Vandalen wirklich sicher und auch vor der Witterung geschützt seien die "Drahtesel" nur in der Station - und das für wenig Geld, meint sie.

Mit der Klage über die mangelnde Auslastung steht Perthes nicht allein da, auch die Awo hatte eine bessere Resonanz auf ihre Station mit 60 Stellplätzen in der Tiefgarage am Roggenmarkt erwartet. "Es hat auch gut begonnen", berichtet Peter Nitsch, bei der Awo für insgesamt elf Radstationen zuständig.

Hoffen aufs Frühjahr

Doch einige Monate nach der Eröffnung sei die Nutzung aus unerfindlichen Gründen eingebrochen. Seinen Angaben zufolge ist die Radstation aber immerhin bis zu 40 Prozent ausgelastet. Bei der ursprünglich vorgesehenen Station "über Tage" am Busbahnhof wäre die Quote wahrscheinlich besser, vermutet Nitsch.

Da in der Tiefgarage nur insgesamt fünf Personen - davon drei von der ARGE bezahlte - beschäftigt und die Betriebskosten sehr niedrig seien, fahre die Awo mit der Station wenigstens keine Verluste ein.

Wie Sabine Riddermann denkt auch Peter Nitsch momentan nicht über eine Kündigung des Vertrages mit der Stadt nach: "Das Frühjahr bringt bestimmt den Aufschwung."  

Öffnungszeiten :

Perthes-Radstation am Bahnhof: mo-fr 5.30 bis 21 Uhr, sa, so und feiertags von 8 bis 17 Uhr. Einstellgebühren: am Tag 0,70 Euro, im Monat 7 Euro, im Jahr 70 Euro.

AWO-Radstation in der Roggenmarkt-Tiefgarage: mo-fr 6 bis 20 Uhr, sa von 8 bis 20 Uhr.

Tagespreis: 1 Euro Erwachsene, 0,50 Euro Schüler; Monatspreis: 10 Euro Erwachsene, 5 Euro Schüler; Jahrespreis: 100 Euro Erwachsene, 50 Euro Schüler.

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