Reggae-Star Toni Tuklan liefert mit neuer Single Aufmunterung in Corona-Zeiten

hzPromi aus Werne

Toni Tuklan ist bekannt für seine gute Laune und Stimmungslieder. Die produziert er auch in Corona-Zeiten. Ungewohnt nachdenklich zeigt er sich, wenn es um die Lage in seiner Heimat Nigeria geht.

Werne

, 28.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Große Feiern, laute Konzerte, der enge Kontakt zu Fans - das, was Musiker an ihrem Beruf so sehr lieben, ist in Zeiten von Corona unmöglich. Mal abgesehen von Wohnzimmerkonzerten, die dann per Youtube, Instagram und Co. in die ganze Welt gestreamt werden natürlich. Wernes bekanntester Reggae-Musiker ist dennoch guter Laune, als wir per Videocall mit ihm sprechen. Bunte Klamotten, Sonnenbrille und ein breites Lächeln auf dem Gesicht: So wie man Toni Tuklan eben kennt.

„Ich bin halt ein positiver und optimistischer Mensch. Und ich bleibe auch so“, sagt der 49-Jährige. In Zeiten, in denen alle zu Hause bleiben sollen, ist Tuklan keineswegs tatenlos. Ganz im Gegenteil. „Standbeine“ hat der gebürtige Nigerianer schließlich genug. Denn Tuklan ist bekanntlich nicht nur Musiker, sondern unter anderem auch Geschäftsführer der Sportagentur Tuklan Sport. „Transfers anleiern und Spieler betreuen funktioniert ja auch von zu Hause aus. Ich bin gerade in vielen Videokonferenz. Auch wegen meiner anderen Tätigkeiten“, sagt er.

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Als Friedensbotschafter und Sprecher des Königs seines nigerianischen Heimatstamms Agba im 28.000 Einwohner zählenden Dorf Onicha Olona ist er zudem täglich im Kontakt mit den Menschen in seiner Heimat. Als Tuklan darüber spricht, verschwindet aber das Lachen doch aus seinem Gesicht.

„Die Leute in Nigeria leiden sehr. Vor allem psychisch. Es gibt eine strikte Ausgangssperre“, erklärt der 49-Jährige. In Nigeria gibt es Stand Montag (27. April) knapp 1300 Corona-Infizierte und 40 Todesfälle. Das klingt im Vergleich zu Deutschland ziemlich gering. Aber die Bedingungen in dem fast 200 Millionen Einwohner zählenden Land, sind nun mal auch gänzlich anders.

Corona-Krise: Nigeria hängt drei Wochen hinterher

Bilder von schwer bewaffneten Sicherheitsleuten machen genauso die Runde wie die erschreckenden Nachrichten über deren Vorgehensweisen. So war jüngst in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation des Landes davon die Rede, dass die Sicherheitskräfte bei der Durchsetzung der Bestimmungen mehr Menschen exekutiert hätten als es Opfer durch das Coronavirus gegeben habe.

„Man muss auch bedenken, dass wir in Deutschland etwa drei Wochen voraus sind“, betont Tuklan. Was er meint: Die besorgniserregenden Entwicklungen der Pandemie mit steigenden Infektionsraten haben in Nigeria gerade erst begonnen. Allein am 24 April gab es 440 Neuinfektionen.

„Eine schwierige Situation. Der König fragt mich ständig, wie wir in Deutschland reagiert haben und wie die Lage sich entwickelt. Wir besprechen, welche Maßnahmen vielleicht auch in Nigeria möglich sind. Dort herrscht Informationschaos. Keiner weiß, was er glauben kann“, so Tuklan weiter. In seinem Dorf sei es noch vergleichsweise ruhig, es gebe keine Corona-Fälle. Dennoch ist der Werner besorgt.

Doch das hält ihn nicht davon ab, neue Songs zu produzieren - und zwar Lieder, die alles andere als deprimierend sind. „Ich wollte keinen speziellen Corona-Song schreiben. Das haben viele andere Musiker schon gemacht. Ich wollte aber etwas herausbringen, was die Menschen aufmuntert und ihnen Mut macht.“ Der Titel des neuen Songs: „Higher“. Produziert mit den Künstlern N.G.M und Scott Styles sowie Beatsplush.

Erst kommen Remixe - dann wird veröffentlicht

Zu viel will Tuklan noch nicht verraten. Bis zur Veröffentlichung müsse er erst noch ein paar Remixe produzieren: „Vielleicht mache ich dann auch eine Art Live-Konzert bei Youtube - wahrscheinlich im Mai.“ Es gehe in dem Lied jedenfalls darum, niemals aufzugeben, sondern für sich das „nächste Level“ zu erreichen, Energie zu schöpfen und sie auch rauszulassen.

Eine klare Botschaft in der Corona-Krise hat Tuklan aber auch abseits der Musik: „Leute, passt auf euch auf, denkt auch an die anderen und bleibt positiv - dann schaffen wir das!“

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