Reisebüros in Werne: Nicht nur Thomas-Cook-Kunden bangen jetzt um ihren Urlaub

hzThomas-Cook-Pleite

Aus für Thomas Cook: Auch im kommenden Jahr finden keine Reisen mit dem Veranstalter statt. Werner Reisebüros müssen ihre Kunden anderweitig in den Urlaub schicken - die sind skeptisch.

Werne

, 13.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine neue Hiobsbotschaft für Urlauber: Thomas Cook veranstaltet auch im kommenden Jahr keine Reisen. Die Werner Reisebüros müssen nun ihre Kunden auf andere Veranstalter verteilen. Dazu kommen viele verunsicherte Urlaubsplanende, die Rat bei den Reise-Profis suchen.

„Beinahe alle Kunden, die bei uns buchen, sind beunruhigt. Und ich kann sie nicht einmal zu hundert Prozent beruhigend. Wenn sie mich fragen ‚Kann mir das mit TUI auch passieren?‘, dann muss ich ihnen sagen, dass theoretisch jeder Veranstalter pleite gehen könnte - auch wenn das bei vielen nicht wahrscheinlich erscheint. Mit dem Aus von Thomas Cook hatte auch keiner gerechnet“, sagt Heidrun Wagner-Peters vom Reisebüro Wagner.

Reisebüros können einschätzen, wo ein Konkurs unwahrscheinlich ist

„Viele kommen vorbei und wollen nun beraten werden, mit welchem Veranstalter sie sicher ans Ziel kommen. Uns liegen natürlich keine Zahlen von den Veranstaltern vor, aber wir haben schon die Erfahrung, um einschätzen zu können, bei welchen Veranstaltern eine plötzliche Pleite unwahrscheinlich ist“, so Iris Droste vom Reisebüro Schulze.

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Nicole Ruhmöller vom Reisebüro Lunemann berichtet ebenfalls von verunsicherten Kunden: „Viele fragen nach, ob sie noch mit Condor fliegen können. Die kann ich beruhigen - Condor fliegt weiterhin.“

„Es war voraussehbar, dass Thomas Cook keinen Investor findet“

Dass Thomas Cook im nächsten Jahr wieder Reisen anbieten würde, war Droste nach der Konkurs-Meldung im Oktober bereits suspekt. Auch Wagner-Peters hatte sich nicht mehr viel von dem Veranstalter erhofft: „Es war sehr unwahrscheinlich, dass sich da ein Investor findet. Es sind ja riesige Summen und auch Schulden, die übernommen werden mussten. Für manche Tochterfirmen gab es wohl Interessenten, aber nicht für den ganzen Komplex.“

Reisende wurden auf andere Veranstalter verteilt

Ihre Kunden müssen darunter glücklicherweise nicht leiden. „Wir haben keine Reisen mehr über Thomas Cook buchen können, das war im System gar nicht möglich. Zum Glück kam die Pleite nicht mitten im Sommerferien-Geschäft. Deshalb sind bei uns nur etwa zehn Buchungen betroffen, die im Zeitraum bis Februar verreisen wollten“, so Wagner-Peters. Die habe sie inzwischen alle auf andere Veranstalter verteilt.

Ihrer Meinung nach hat der Brexit mit Schuld an der Thomas-Cook-Pleite: „Die Engländer sind mit dem Brexit immer noch nicht durch. Wenn es dort keine Probleme gäbe, wären die deutschen Tochterfirmen auch nicht ins Straucheln gekommen.“

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