Rettungskonzept für Metzgerei Thiemann ist gelungen

Denkmalschützer zufrieden

WERNE Da sind sich die städtischen Denkmalschützer und das Westfälische Amt für Denkmalpflege einig: „Die Sanierungspläne für die frühere Metzgerei Thiemann sind absolut gelungen.“

von Von Rudolf Zicke

, 03.07.2009, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rettungskonzept für Metzgerei Thiemann ist gelungen

Haus Tiemann, Ansicht von der Burgstraße aus.

  Es sind vor allem zwei Dinge, die die Behörden so begeistert: zum einen die Tatsache, dass Mecke und Tietz auch den schmalen Gebäudeteil an der Burgstraße, wahrscheinlich eine ehemalige Pfeffermühle, retten wollen. „Obwohl dessen Zustand“, sagt Werner Tietz, „dem Alter entspricht.“ Dieser Gebäudeteil stammt nach einem bauhistorischen Gutachten aus der Zeit um 1700 - was man ihm vor allem im Inneren ansieht.   Der zweite Aspekt, der die Denkmalschützer erfreut: Tietz und Mecke wollen das Haus bzw. die beiden Häuser überaus behutsam sanieren. „Wir werden an der Optik kaum Veränderungen vornehmen“, die auffallendste sei eine zusätzliche Tür zur Steinstraße hin. Diese passe aber sogar zur Historie des Hauses. Denn alte Bilder belegen laut Tietz, dass sich hier früher schon einmal ein Eingang befunden hat.   Sicher wird sich die Restaurierung dieses Hauptgehauses, das um 1800 errichtet wurde, einfacher gestalten als die des älteren Teils. Seine Bausubstanz ist noch so gut, dass z.B. das gesamte Dachgebälk aufgearbeitet und erhalten werden kann, wie Tietz bei den bisherigen Untersuchungen des Hauses feststellen konnte.   Ohnehin hat er dabei viel Interessantes entdeckt. So befinden sich in den Decken Strohdocken, die einst zur Isolierung – heute würde man Dämmwolle einsetzen – eingebaut worden sind.  

  Ferner hat er herausgefunden, dass sich zwischen den Gebäudeteilen früher eine Brandgasse befunden hat, die überbaut worden ist. Und: Überall im Haus findet man unter Tapeten oder Putz blaue Farbe. „Fliegen hassen Blau“, gibt Werner Tietz eine alte Volksweisheit wieder, „deshalb hat man früher vor allem in Bauernhöfen die Wände blau angestrichen.“   Das haben Tietz und Mecke bei der Restaurierung des Denkmals sicher nicht nötig. Denn in dem alten Gemäuer entsteht ein etwa 90 Quadratmeter großes Ladenlokal, darüber eine Wohnung mit 130 Quadratmetern und einem 22 Quadratmeter großen Dachgarten¨– alles nach modernsten Standards. Nach Vorstellungen Tietz´ soll die Restaurierung etwa Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.  

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