Rudolf Waltermann (78) ist Jungtaubenmeister 2019: „Heutzutage geht alles über WhatsApp“

Taubensport

Sein Taubenfreund Helmut Krey hat ihm Glück gebracht. Von ihm hatte Rudolf Waltermann (78) die Siegertaube erhalten. Die Nummer 413, die ihn jetzt zum Jungtaubenmeister machte.

Werne

, 24.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rudolf Waltermann (78) ist Jungtaubenmeister 2019: „Heutzutage geht alles über WhatsApp“

Rudolf Waltermann ist Jungtaubenmeister 2019. Außerdem holte er beim Nationalflug der Alttauben die Goldmedaille. © Helga Felgenträger

Der letzte Flug der Jungtauben führte im September nach Erlangen. 330 Kilometer mussten die Tauben zurücklegen. Es war der letzte von sechs Flügen: Alsfeld, Fulda, Bad Brückenau, Hammelburg und Schlüsselfeld.

„Der erste Flug musste wegen der Hitze verschoben werden“, erinnert sich Rudolf Waltermann (78) an den heißen August. Daraufhin änderte der Verband den Reiseplan. Jungtauben sind etwa zehn Wochen alt.

Ein Leben für den Taubensport

Seit 1953 züchtet Waltermann Tauben, sein Vater hat ihn infiziert. „Mein Vater war Bergmann und Brieftaubenzüchter“, erzählt er, wie er schon mit 13 Jahren seine erste Brieftaube erhalten hat. Sein Hobby gibt ihm Lebensinhalt.

„Man hat immer was zu tun, es ist ein angenehmer Ausgleich“, sagt der Taubensportler, der bereits bei der RV Germania und beim Taubenverband sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert hat. „Andere gehen zum Fußball, ich habe meinen Taubensport“, sagt er.

Taubenzüchter bilden eine Whatsapp-Gruppe

Mehrere Tauben schickte er jetzt auf die Reise. „Es herrschten gute Flugbedingungen“, erzählt er. Auflass in Erlangen war um 8.30 Uhr. „Über WhatsApp wurden wir darüber informiert“, berichtet er im Rückblick.

„629 Kilometer – das macht einer Taube nichts aus.“
Rudolf Waltermann

Die Taubenzüchter des RV Germania bilden eine Gruppe. „Heutzutage bekommt man keinen Anruf mehr, sondern es geht alles über WhatsApp“, sagt er und schaut auf sein Smartphone. Er habe sich umstellen müssen. Sein Profilbild ist der Taubenschlag.

Vier Stunden später, um 12.36 Uhr, traf seine erste Jungtaube im Heimatschlag ein. Innerhalb der nächsten 20 Minuten waren seine Siegertauben wieder zu Hause.

Das Eintreffen der Tauben notiert ein Registriergerät, das am Taubenschlag angebracht ist. Ein sogenanntes Tippes-Gerät. Das Ergebnis erhielt er am Abend, als die Wertungen im Internet bekannt gegeben wurden. Dann klingelte bei ihm auch wieder das Telefon und die Kameraden gratulierten zur Meisterschaft.

Goldmedaille für den Sieg beim Nationalflug

Ein sehr gutes Ergebnis erzielte Waltermann in diesem Jahr auch beim letzten Flug der Alttauben. Der Nationalflug führte im Juli nach Michelsdorf. Daran beteiligten sich mehrere Regionalverbände und insgesamt flogen 7330 Tauben mit.

629 Kilometer weit. Ohne Zwischenstopp. „Das macht einer Taube nichts aus“, sagt der erfahrene Taubenzüchter und erinnert sich an das schlechte Wetter an diesem Tag. „Es regnete stark und ein Gewitter kam auf“, erzählt er.

Jetzt lesen

Auflass war frühmorgens um 6.05 Uhr. Siebeneinhalb Stunden später traf die Siegertaube ein. Es war 13.25 Uhr, erinnert er sich und war erleichtert, dass sie den Flug gut überstanden hatte.

Für das Spitzenergebnis erhält er bei der Jahreshauptversammlung der RV Germania die Goldmedaille.

Lesen Sie jetzt