Schmutzfilm auf Lippe: Backmittel nicht die Ursache

Rätsel bleibt ungelöst

Die Verfärbung auf der Lippe bei Werne wird wohl immer ein Rätsel bleiben: Ursprünglich hatte man angenommen, der Stoff stamme aus einem Zulauf der Hefefabrik. Das ist jedoch ausgeschlossen. Und da der Kreis wegen so einer Bagatelle keine Wasseranalyse anordnen wollte, wird es wohl keine Auflösung geben.

WERNE

, 31.05.2016, 18:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Ölsperre in der Lippe wird in den nächsten Tagen wieder entfernt. Bis dahin werden die Kanuten mit ihrem Boot wohl aussteigen müssen, um daran vorbeizukommen. Die Ursache der Verfärbung konnte nicht eindeutig geklärt werden.

Die Ölsperre in der Lippe wird in den nächsten Tagen wieder entfernt. Bis dahin werden die Kanuten mit ihrem Boot wohl aussteigen müssen, um daran vorbeizukommen. Die Ursache der Verfärbung konnte nicht eindeutig geklärt werden.

Wie berichtet, hatte ein Passant am Fischerhof eine großflächige Färbung auf der Lippe gesehen und die Feuerwehr alarmiert. Auf den ersten Blick gingen die Einsatzkräfte von einer Ölspur aus. Die Feuerwehr legte daher als Erstmaßnahme eine Ölsperre in Höhe der Fischerhofbrücke und der B233.

Öl-Geruch fehlt

Doch die Mitarbeiter der Umweltbehörde bemerkten schnell, dass es sich hier um keinen umweltgefährdenden Stoff handelt. „Ein Ölfilm lässt sich an der bunt schillernden Färbung leicht erkennen“, erläutert Marten Brodersen von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Unna. Auch der typische Geruch fehlte.

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„Wir waren heute noch vor Ort“, sagt Brodersen am Dienstag und der Eindruck habe sich weiterhin bestätigt. Über die mögliche Ursache ließe sich jetzt nur spekulieren. „Für uns ist daher der Fall abgeschlossen.“

Rohre waren nie in Betrieb

Bei der Firma Uniferm, die am Dienstag in den Verdacht der Einleitung gekommen war, gab der Einsatz der Feuerwehr ebenfalls Rätsel auf. „Als das Fabrikgebäude 1975 in der Brede gebaut wurde, hatten wir die Genehmigung für zwei Einläufe beantragt“, sagt Dr. Jan Vanderpas, Umweltschutzbeauftragter. Dafür sei aber nie die Genehmigung erteilt worden. „Durchaus verständlich“, meint Vanderpas. Das Hefefabrik-Abwasser sei stark organisch. Die Rohre blieben daher von Anfang an geschlossen.

Auch für die Feuerwehr ist der Fall fast abgeschlossen: „In den nächsten Tagen entfernen wir die Ölsperren wieder“, sagt Stadtbrandmeister Thomas Temmann. Die aus Gewebematerial versehene Ölschlängel hatten die Funktion, den Flüssigkeitsfilm aufzusaugen. Übrigens der zweite Umwelteinsatz in diesem Jahr: So rückte die Feuerwehr kürzlich an der Horne am Vinzenzstift aus, um hier Lacke aufzufangen. 

 

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