Das Coronaschnelltestzentrum auf dem Parkplatz Am Hagen ist seit Mittwochmittag, 14 Uhr, in Betrieb. Insgesamt gibt es drei Teststationen in Werne. © Jörg Heckenkamp
Schnelltestzentrum in Werne

Schnelltestzentren in Werne: Darf man sich mehrfach, kostenlos testen lassen?

In Werne gibt es drei Corona-Schnelltestzentren. Jedem Bürger steht wöchentlich mindestens ein kostenloser Test zu. Lässt sich nachhalten, ob sich Bürger häufiger testen lassen?

Jedem Bürger steht seit dem 8. März mindestens ein kostenloser Schnelltest auf das Coronavirus zu. Seitdem schießen vielerorts Testzentren aus dem Boden. In Werne sind seit Mittwoch (17. März) drei Teststationen eingerichtet. Gibt es eine gemeinsame Datenbank, damit nachgehalten wird, ob sich Bürger eventuell mehrmals in der Woche kostenlos in den verschiedenen Testzentren haben testen lassen?

Montag ein Test auf dem Parkplatz am Hagen, am Mittwoch ein Test neben McDonald‘s und am Freitag ein Test beim Ambulanten und Palliativpflegedienst Constanze Jakubke. Dieses Szenario ist denkbar, allerdings zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht problematisch. Denn: Laut der Coronavirus-Testverordnung des Landes NRW steht jedem Bürger mindestens ein kostenloser Test zu. Die Betonung liegt dabei auf mindestens.

Mehrere Tests je nach Kapazität im Schnelltestzentrum in Werne möglich

„In Abhängigkeit von der Testkapazität können wir für jeden Bürger auch mehrere Tests in der Woche anbieten“, erklärt Frank Gründken, Ordnungsdezernent, für das städtische Testzentrum auf dem Parkplatz Am Hagen. Zunächst sind die Verantwortlichen davon ausgegangen, dass es nur einen Test pro Bürger kostenlos geben kann. Das hätte bedeutet, dass ein zweiter oder dritter Test jeder Bürger aus der eigenen Tasche hätte zahlen müssen.

Doch nun werden je nach Kapazität auch mehrere Tests pro Woche für jeden Bürger möglich sein. So gibt es auch keine deutschlandweite Datenbank, auch für die drei Testzentren in Werne gibt es keine gemeinsame Erfassung darüber, wie viele Tests ein Bürger bereits in der Woche in Anspruch genommen hat.

„Es geht um einen tagesaktuellen Test, mit dem man vielleicht bald Zugangserleichterungen – zum Beispiel in der Gastronomie – bekommt. Wir legen also den Kalendertag zugrunde. Wenn jemand zweimal am Tag kommt, werden wir stutzig“, erklärt Gründken dazu und verdeutlicht dennoch: „Je häufiger die Bürger getestet werden, desto besser ist es.“ Die einzelnen Testzenten müssen dem Kreisgesundheitsamt täglich mitteilen, wie viele Tests insgesamt durchgeführt worden sind und ob und wie viele positive Tests sich dabei herausgestellt haben.

Anspruch auf mindestens einen Test pro Woche

Eine Buchführung über die Tests pro Bürger gibt es aber nicht, sodass man sich je nach Bedarf so häufig testen lassen darf, wie man möchte. „Jeder Bürger hat laut der Coronavirus-Testverordnung einen Anspruch auf mindestens einen Test. Bundesgesundheitsminister Spahn hat ja auch erklärt, dass so viel wie möglich getestet werden soll“, erklärt Andreas Daniel, Pressesprecher der KVWL (Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe), dazu.

So gibt es keine Begrenzung für den einzelnen Bürger. Auch die Kosten der Tests werden jeweils erstattet – egal, wie häufig der einzelne Bürger sich testen lässt. Daniel gibt ein Rechenbeispiel: Demnach werden in Tübingen (Baden-Württemberg) derzeit Zehntausende Tests täglich durchgeführt. Das würde Kosten von etwa 250.000 Euro pro Tag bedeuten. In Tübingen startete am Dienstag (16. März) ein dreiwöchiges Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“, bei dem Bürger mit einem negativen Ergebnis eines Schnelltests Geschäfte, Friseur, Theater oder Kino besuchen dürfen.

In Werne erwartet man eine erhöhte Nachfrage in den Schnelltestzentren, sobald ein negativer Test mit Erleichterungen wie eben ein Besuch in der Außengastronomie eines Restaurants verbunden ist. Eine Begrenzung an Schnelltests pro Woche gibt es in der Lippestadt in den drei Testzentren nicht. „Es ist in dem Fall nur limitiert, wenn man sich nicht so häufig ein Stäbchen in die Nase stecken lassen will“, sagt Andreas Daniel von der KVWL mit einem Schmunzeln.

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Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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