„Schulleitungen sind nicht zu beneiden“: Schuldezernent zu Gebauer-Vorschlägen

hzSchule und Corona

Erst zwei zusätzliche Ferientage, dann Absage an Homeschooling, danach wird die Entscheidung wieder revidiert. Die Vorschläge von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer sorgen für Diskussionen in Werne.

Werne

, 13.11.2020, 14:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Tage früher in die Ferien: Über die Entscheidung der Landesregierung haben die Schulleiter in Werne aus den Medien erfahren. Dass sie darüber verärgert waren, kann Alexander Ruhe, Schuldezernent der Stadt Werne, nachvollziehen: „Ich kann das Unverständnis der Schulleiter verstehen, wenn sie aus der Presse davon erfahren. Ich kann aber auf der anderen Seite auch verstehen, dass man nicht jeden Schritt mit der Schule abstimmen kann und Düsseldorf schnell entscheiden muss. Das ist der Dynamik der aktuellen Situation geschuldet“.

Dass NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer nun ihre Haltung zum Homeschooling kurzerhand am Freitag (13. November) geändert hat, möchte Ruhe nicht kommentieren, solange man in der Sache noch keine weiteren Details kennt. „Man muss erst einmal klären, was unter Homeschooling zu verstehen ist. Es gibt unterschiedliche Stufen-Modelle zum Unterricht auf Distanz. Wir müssen erst einmal die Details kennen und dann schauen, was das konkret für Werne bedeutet“, so Ruhe weiter.

Details der Pläne aus Düsseldorf folgen oft erst Tage später

Wie auch an den Schulen selbst erfährt das Schulamt in Werne oft zunächst aus den Medien, was die Landesregierung in der Schulpolitik plant. Nicht selten seien die Details in der Umsetzung erst einige Tage später klar, so Ruhe. In der Umsetzung an sich sind dann die Schulen selbst verantwortlich.

„Die Schulleitungen sind nicht zu beneiden. Sie haben einen schwierigen Stand. Sie sind erster Ansprechpartner für die Eltern“, sagt Ruhe und ergänzt: „Die Eltern können sich auch an das Schulamt wenden. Damit möchten wir den Druck von den Schulleitungen nehmen.“

Bedarf an Notbetreuung in Werne noch unklar

Das gilt auch, wenn sie Fragen in der Betreuung ihrer Kinder haben. Etwa am 21. und 22. Dezember. An diesen beiden Tagen gilt unterrichtsfrei. Die Landesregierung NRW hat entschieden, dass die Weihnachtsferien verlängert und zwei Tage früher als gedacht beginnen sollen. Damit soll ein besserer Infektionsschutz vor den Feiertagen ermöglicht werden, damit die Familien ein unbeschwertes Fest feiern können, hieß es am Donnerstag (12. November) aus dem Schulministerium des Landes NRW.

Das Vorhaben wird stark kritisiert. Vor allem die Betreuung der Schüler an diesen beiden Tagen könnte die Schulen vor Probleme stellen. Inwiefern Eltern in Werne eine Notbetreuung für ihre Kinder benötigen, ist noch nicht klar. „Wir kennen den tatsächlichen Bedarf noch nicht. Aber wir setzen das um, was wir umsetzen müssen. Es wird anspruchsvoll“, sagt Alexander Ruhe.

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