Schwimmmeisterin begrüßt Verschärfung bei Seepferdchen und Co.

hzSchwimmunterricht in Werne

Die Zahl der Kinder, die schwimmen können, nimmt ab. Müsste da nicht die Prüfung einfacher werden? Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Anforderungen steigen. Das sagt eine Werner Prüferin dazu.

Werne

, 25.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft beklagt, dass es immer weniger Schwimmbäder und im Gefolge immer weniger Kinder gibt, die über gute Schwimmkenntnisse verfügen. Könnte da nicht ein Absenken der Prüfungsbedingungen für Abhilfe sorgen? Stattdessen geht der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister den entgegengesetzten Weg: Er verschärft die Prüfungsbedingungen.

Ein Schritt, den Schwimmmeisterin Barbara Kipp begrüßt: „Die Verschärfung wertet die Schwimmprüfung auf“, sagt die 54-Jährige, die seit 1998 beim Solebad arbeitet und mit den anderen Mitarbeitern Schwimmkurse leitet. „Das gibt auch den Eltern mehr Sicherheit.“

Barbara Kipp (54) zeigt die neue, verschärfte Prüfungsordnung, die ab dem Jahr 2021 verbindlich ist.

Barbara Kipp (54) zeigt die neue, verschärfte Prüfungsordnung, die ab dem Jahr 2021 verbindlich ist. © Jörg Heckenkamp

Was ist geplant? Die Änderungen hören sich auf dem Papier vielleicht marginal an, für einen fünf- bis achtjährigen Prüfling kann das einen großen Unterschied machen. Beim Seepferdchen, der obligatorischen Prüfung nach dem Schwimmkursus, war eine Anforderung früher: Sprung vom Beckenrand und 25 m Schwimmen. Jetzt heißt es Sprung „mit anschließendem 25 m Schwimmen in einer Schwimmart in Bauch- oder Rückenlage“.

In der neuen Prüfungsversion muss das Kind zudem Kenntnisse von Baderegeln vorweisen. Barbara Kipp schränkt ein: „Es werden keine Baderegeln Punkt für Punkt abgefragt. Aber Grundsätze, etwa bei Gewitter nicht ins Wasser zu gehen, sollte das Kind wissen.“ Ähnliche Verschärfungen gibt‘s auch bei den folgenden Schwimmabzeichen: Bronze, Silber und Gold. Bei Bronze etwa ist statt eines Start- und nun ein Kopfsprung gefragt.

Die Teilnehmerzahl in den Schwimmkursen des Solebades ist auf acht Mädchen und Jungen begrenzt.

Die Teilnehmerzahl in den Schwimmkursen des Solebades ist auf acht Mädchen und Jungen begrenzt. © Jörg Heckenkamp

Diese Regeln sind seit 1. 1. 2020 inkraft, aber noch nicht verbindlich. Barbara Kipp: „Es gibt eine Übergangsfrist bis Ende 2020.“ Das Solebad prüft im Moment noch ausschließlich nach den alten Regeln, „wir haben die neuen Urkunden noch nicht da“. Sobald die vorliegen, können die Eltern bis Ende des Jahres wählen, ob ihr Kind nach der alten oder der neuen, verschärften Ordnung geprüft werden soll.

„Wir hatten neulich tatsächlich einen Vater, der bestand darauf, dass sein Kind nach den alten Regeln geprüft wird“, sagt die 54-Jährige. Sie würde den Eltern jedoch empfehlen, nach den verschärften Bedingungen prüfen zu lassen. „Das ist höherwertig und gibt mehr Sicherheit.“

Hilfsmittel beim Schwimmunterricht. Nach den Ringen, die dann auf dem Beckenboden liegen, müssen die Prüflinge fürs Seepferdchen-Abzeichen greifen.

Hilfsmittel beim Schwimmunterricht. Nach den Ringen, die dann auf dem Beckenboden liegen, müssen die Prüflinge fürs Seepferdchen-Abzeichen greifen. © Jörg Heckenkamp

Allerdings sei das Seepferdchen-Abzeichen unter Experten eher als Belohnungs- denn als Prüfungs-Abzeichen angesehen. „Wer das Seepferdchen gemacht hat, ist dennoch in der Regel kein sicherer Schwimmer.“ Das sei man erst, wenn man weiter regelmäßig schwimmen gehe oder die folgenden Abzeichen erwerben würde.

Ein Schwimmkursus im Solebad beinhaltet 12 Unterrichtseinheiten pro Kurs sowie bei Bedarf den Aufbaukurs mit 6 Einheiten. Maximal acht Kinder besuchen einen Kurs, den zwei Betreuer leiten. In der Regel eine ausgebildete Fachkraft und ein Auszubildender. „Das gewährleistet eine intensive Betreuung.“

Wer die Prüfung zum Seepferdchen nicht schafft, erhält dennoch eine - vom Solebad eigens gestaltete - Urkunde. Als Motivation, sagt Schwimmmeisterin Barbara Kipp.

Wer die Prüfung zum Seepferdchen nicht schafft, erhält dennoch eine - vom Solebad eigens gestaltete - Urkunde. Als Motivation, sagt Schwimmmeisterin Barbara Kipp. © Jörg Heckenkamp

Dass die Zahl der Nichtschwimmer zunimmt, weiß auch Barbara Kipp. Allerdings schlage das in Werne mit seiner langen Badetradition noch nicht so durch. „Im Jahre 2019 haben wir 14 Anfänger-Schwimmkurse im Solebad durchgeführt. In diesem Jahr liefen bereits drei Anfänger- plus zwei Aufbaukurse.

Solebad bietet ganz neue Eltern-Kind-Schwimmkurse

Ganz neu hat das Solebad einen Eltern-Kind-Schwimmkursus im Programm. Kipp: „In diesem Kurs bringen wir quasi den Eltern oder Großeltern bei, ihre Kinder oder Enkel beim Schwimmenlernen zu begleiten.“ Der Lehrgang komme gut an und das Solebad will ihn auf jeden Fall erneut anbieten.

Neu ist auch eine „Trost“-Urkunde des Bades für diejenigen, die das Seepferdchen nicht schaffen. Barbara Kipp: „Die Urkunde bescheinigt die Teilnahme und soll motivierend für die Kinder wirken.“

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