Sieben weitere Stolpersteine

WERNE Die Aktion "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig wird in diesem Jahr auch in Werne fortgesetzt.

13.11.2007 / Lesedauer: 3 min
Sieben weitere Stolpersteine

Das jüdisches Geschäft Gumpert in Werne. Hier gab es Weisswaren und eine Hutmacherei.

Museums- und Archivleiterin Heidelore Fertig-Möller, die sich bereits seit über 25 Jahren mit der Problematik der jüdischen Geschichte von Werne beschäftigt hat, ist es gelungen, dass weitere sieben "Stolpersteine" am morgigen Donnerstag, 15.November, verlegt werden.

Gedenkplaketten

Im letzten Jahr wurden bereits sechs dieser Gedenkplaketten in das Pflaster der Burgstraße (ehemaliges Haus Salomon) und des Roggenmarktes (ehemaliges Haus Simons) in das Pflaster eingelassen, und die Stadt Werne lud anschließend zu einem Vortrag in das alte Rathaus ein. Diesmal wird der Künstler und Initiator dieser Aktion Gunter Demnig um 9 Uhr anreisen und auf der Bonenstraße sieben weitere Stolpersteine verlegen.

Es sind dies zwei für die Familie Gumpert (Bonenstraße 20) und je einen beziehungsweise vier für die jüdischen Familien Herz und Marcus, die Geschäfts- und Wohnhäuser auf der Bonenstraße 21 und 19, heute vor dem so genannten Elfgiebelhaus und an der Partnerschaftsuhr besaßen. Alle, bis auf Herr und Frau Marcus, sind in den Konzentrationslagern im Osten des ehemaligen Deutschen Reiches ermordet worden - von Amalia Viktoria Marcus, geb. 1872, weiß man sogar ihr genaues Todesdatum: 17. März 1943 in Theresienstadt. Leo Marcus (geb. 1889) ist rechtzeitig vor dem zweiten Weltkrieg nach England geflüchtet und überlebte so den Holocaust. Seine Ehefrau Anni Marcus, geb. Hertz, und ihr kleiner Sohn Hans Gustav Marcus, geb. 1934 in Werne, wurden 1943 ins KZ nach Riga verschleppt.

KZ-Überlebende

Anni Marcus überlebte als einzige der jüdischen Bürger von Werne das KZ und kehrte, gebrochen an Leib und Seele, im Juni 1945 nach Werne zurück, um ihren kleinen Sohn, der sofort nach ihrer Ankunft im KZ von ihr getrennt worden war, zu suchen. Doch er hatte nicht überlebt und wurde am 31.12.1945 für tot erklärt. Anni Marcus verstarb 1951 in der damaligen Nervenheilanstalt Dortmund-Aplerbeck.

Die nun zu verlegenden sieben "Stolpersteine" werden ausschließlich von Spendern finanziert.

Nähere Auskünfte und ein Faltblatt über die Geschichte der Juden in Werne sind kostenlos im Stadtmuseum am Kirchhof 13 erhältlich, Tel. 780773.

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