Solebad-Ärger: Familienvater (44) kritisiert „familienunfreundliches Angebot“

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Schulklassen, Vereine, Privatpersonen: All das bringt das Solebad unter einen Hut. Doch nicht alle sind zufrieden, wie es läuft. Bei Markus W. (44) endete der Familienausflug mit Tränen.

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, 11.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Endlich ins Solebad und einen Vater-Tochter-Tag im Wasser verbringen: Das haben sich Markus W. und seine 5-jährige Tochter vorgenommen und sich schon lange darauf gefreut. Doch der gemeinsame Ausflug endete nicht mit Spaß, sondern mit einer großen Enttäuschung und vielen Tränen.

„Wir konnten weder das Sportbecken noch das Multifunktionsbecken nutzen“, sagt Markus W. (44), der seinen Nachnamen nicht nennen möchte, auf Anfrage dieser Redaktion. An einem Mittwochmorgen wollte er mit seiner Tochter das Solebad benutzen. Doch beide Becken waren für Schulen und Vereine geblockt.

Multifunktionsbecken ist unter der Woche ausgebucht

„Ein Familienausflug unter der Woche ins Solebad ist unmöglich“, schildert der Werner. Ein Blick auf den Belegungsplan des Solebads zeigt auf, was der 44-Jährige meint.

Von 8 bis 22 Uhr ist das Multifunktionsbecken montags bis freitags komplett für Schulen, Vereine und Kurse geblockt. Öffentlich nutzbar ist es unter der Woche nur von 6 bis 8 Uhr.

Im Sportbecken sind hingegen dienstags bis freitags zumindest einzelne Bahnen für die öffentlichen Badbesucher frei. Doch auch das, bestätigt Solebad-Leiter Jürgen Thöne, sorge immer wieder für Interessenskonflikte.

Badleiter: Für alle Seiten nicht befriedigend

„Es gibt immer bestimmte Interessen und unterschiedliche Nutzer, die gerne die ein oder andere Bahn mehr zur Verfügung hätten“, sagt Thöne. „Es gibt immer wieder Parallelbetrieb von Vereinen und Schulen - das ist für beide Seiten dann nicht befriedigend.“

Doch selbst mehr freie Bahnen im Sportbecken würden Markus W. nicht zufriedenstellen, denn „mit einem kleinen Kind geht man nicht so gerne ins tiefe Sportbecken“.

Kassenpersonal weist auf Sole-Nutzung hin

Doch welche Möglichkeit gibt es nun eigentlich für Familien, die unter der Woche das Solebad nutzen wollen? „Unser Kassenpersonal soll unsere Besucher auf unser Sole-Angebot hinweisen“, sagt Thöne. Das ist auch unter der Woche komplett für die öffentlichen Besucher reserviert.

Geschehen ist das auch im Fall von Markus W.: „Aber zwei Stunden mit einem 5-jährigen Kind in die Sole gehen? Das halte ich für keine gute Idee.“ Was kann das Solebad also tun?

Nur wenige öffentliche Besucher vormittags

„Wir haben uns schon mit einem Arbeitskreis umgeschaut, wie andere Bäder arbeiten“, sagt Thöne. „Vier Leute sind da unter Woche in einem Becken geschwommen. Das steht in keinem Verhältnis zum Angebot.“

Lohnen würde es sich für das Solebad also finanziell nicht, den Betrieb umzustellen. Einerseits würden Besucher, die Zeit haben, laut Thöne die Sole aufsuchen. Andererseits müssten Schüler oft bis 16 Uhr in die Schule, sodass sich die Nachfrage vormittags in Grenzen halte.

Verändertes Angebot in den Sommerferien

„Wir kommunizieren unseren Belegungsplan ganz klar auf Aushängen, im Internet und in der Eingangshalle, damit jeder einen Überblick darüber hat, bevor er bezahlt“, sagt Thöne.

In den Schulferien stelle das Solebad hingegen das Angebot um. Dann nutzen Vereine und Schulen das Bad nicht, sodass die Öffentlichkeit auch unter der Woche alle Becken nutzen könne.

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Markus W. und seine Tochter hat das Solebad trotzdem als Gäste verloren - und das, obwohl sie eine Vorfreude-Karte für 80 Euro erworben haben. „Wie wir die loswerden, weiß ich noch nicht“, so der Vater, der am Wochenende beruflich eingespannt ist.

Gemeinsam mit seiner Tochter ist er nach seinem Solebad-Erlebnis nach Hamm ins Maximare gefahren und konnte dort die Tränen seiner Tochter trocknen. Doch die Enttäuschung bleibt.

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