Solebad-Alarm bei Minus-Temperaturen: Badegäste warteten am Beckenrand

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Statt Schwimmen hieß es für die Besucher im Solebad am Dienstag: Feueralarm, raus aus den Becken. Bei eisigen Temperaturen vor der Tür wurden die Besucher evakuiert. So lief es ab.

Werne

, 21.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie zogen gemütlich und entspannt ihre Bahnen, als plötzlich ein lauter Alarm durch das Solebad hallte: Sofort hieß es raus aus dem Wasser für die Solebad-Besucher und bereit machen für die Evakuierung - und das bei Minus-Temperaturen vor der Tür.

Gleich zwei Brandmelder in der Restaurant-Küche haben am Dienstagmorgen, 21. Januar, gegen 8.50 Uhr einen Alarm ausgelöst. Nach Erkenntnissen der Freiwilligen Feuerwehr Werne haben die Mitarbeiter gerade das Frittierfett gewechselt. Dabei habe sich Rauch gebildet und die Brandmelder ausgelöst.

So lief die Solebad-Evakuierung ab

Die Frage, die sich viele Außenstehende stellen: Mussten die Badegäste bei etwa -2 Grad tatsächlich nass und in Badebekleidung das Solebad verlassen und vor der Tür warten? Zeit für warme Kleidung und den Weg in die Umkleidekabine gibt es in solch einem Fall schließlich nicht.

„Nein“ sagt Badleiter Jürgen Thöne auf Anfrage dieser Redaktion. Die Solebad-Gäste mussten die Schwimmbecken verlassen, um sich auf eine Evakuierung nach draußen vorzubereiten. „Wir wussten aber schnell, was den Alarm ausgelöst hat, sodass die Gäste am Beckenrand warten konnten.“

„Wir haben gut reagiert“, sagt Thöne. Das bestätigt auch Bodo Bernsdorf, Pressesprecher der Feuerwehr Werne: „Ansonsten hätte Schlimmeres passieren können.“ Beim Eintreffen sei die Feuerwehr von einer Mitarbeiterin über die Ursache des Alarms informiert worden.

„Wir holen die Besucher aber lieber einmal zu häufig aus dem Wasser, als einmal zu wenig“, so Thöne. Die Ursache will das Solebad nun genauer ins Auge nehmen, um weitere Feueralarme dieser Art zu vermeiden. Doch auch für den Fall der Fälle ist man im Solebad gerüstet.

Solebad hat Notfallplan für Evakuierungen und Wasserrettungen

„Wir haben Notfallpläne für bestimmte Szenarien“, sagt Thöne. Dazu zählen Wasserrettungen, aber auch Evakuierungen. „Man muss schauen, was passiert ist und wo, und jeden Fall individuell bewerten.“

Sollte im Solebad tatsächlich der Fall einer Komplett-Evakuierung eintreten, müssten Gäste und Mitarbeiter das Solebad verlassen. Draußen würden sie sich dann an kenntlich gemachten Sammelpunkten treffen, wo für solch eisige Temperaturen Decken hinterlegt sind. Auch Rettungssanitäter würden sich hier um die evakuierten Personen kümmern.

Das Solebad Werne musste nach einem Feueralarm geräumt werden.

Das Solebad Werne musste nach einem Feueralarm geräumt werden. © Mario Bartlewski

„Gott sei Dank war es kein schlimmerer Ernstfall“, sagt Thöne erleichtert. Doch er sieht auch etwas Positives am Brandalarm: „Vielleicht war so ein Test gar nicht so schlecht für uns.“ Pläne stelle man schließlich in der Theorie auf und hofft darauf, dass sie in der Praxis funktionieren. Bei diesem „Testlauf“ lief alles rund im Solebad.

Über einen Probealarm haben Thöne und Co. bereits vor dem Feueralarm am Dienstag nachgedacht, allerdings erst im Sommer, wenn die Temperaturen angenehmer seien. „In Schulen gibt es so etwas auch, warum also nicht bei uns?“

Vergleichbare Vorfälle zum Solebad-Start

Vergleichbare Vorfälle gab es im Solebad nur ganz zu Beginn. Damals gab es zwei technische Probleme, die zu Fehlalarmen führten. In einem Fall war einer der 250 Rauchmelder der Brandmeldeanlage zu nah am Dampfbad angebracht.

Beim Öffnen der Tür verließ nicht nur der Solebad-Gast den Raum, sondern auch der namensgebende Dampf, der letztlich den Alarm auslöste.

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„Ich bin sehr zufrieden, wie die Solebad-Mitarbeiter das gelöst haben“, sagt Thöne über den Feueralarm am Dienstag. Nach Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr Werne und der Kontrolle mit Wärmebildkameras, konnte das Solebad den Betrieb wieder regulär aufnehmen.

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